Hundstorfer gegen weitere Privatisierungen in Wien

Wiener VP geht mit F-Positionen hausieren

Wien (GdG/ÖGB). Von einer Privatisierung städtischer Einrichtungen wie Wienstrom und Wiengas hält der Wiener Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten (GdG), Rudolf Hundstorfer, nichts. Die von der ÖVP-Wien gestellte Forderung sei lediglich ein nachäffen einer FPÖ-Position und würde den KonsumentInnen nichts bringen, den Beschäftigten aber enorm schaden.++++

"Schlechte Versorgung, Gewinnmaximierung für Börsespekulanten, Erhöhung des Atomstromanteils an Versorgung und soziale Verschlechterungen für die Beschäftigten, dass alles würde die ÖVP in Kauf nehmen, nur um der FPÖ zu zeigen wie nahe sie ihren Positionen ist", stellte Hundstorfer fest und vermutet einen Zusammenhang mit den derzeit auf Bundesebene laufenden Koalitionsverhandlungen.

Der Wiener GdG-Vorsitzende: "Da können und wollen wir nicht mit. Wir wollen nicht weniger Stadt, sondern eine bessere Stadt. Dazu brauchen wir nicht Privatisierungen, sondern ein noch besseres Kundenservice. Mit motivierten MitarbeiterInnen ist das möglich." Hundstorfer verweist darauf, dass in anderen Ländern nach leidvollen Erfahrungen bereits wieder rekommuninalisiert werde.

Hundstorfer: "Im Billigstromtaummel wird vergessen, dass es auch um die ökologische und soziale Verantwortung geht." So beziehe Österreich derzeit bereits rund 20 Prozent Strom aus ausländischen Atomkraftwerken. Der GdG-Vorsitzende: "Bei einer Privatisierung würde dieser Anteil weiter steigen, um beim Preiskampf bestehen zu können. Wie sich das mit der angeblichen Anti-Atom-Haltung der ÖVP verträgt, ist mit ein Rätsel."

Ähnlich sieht Hundstorfer die Situation im Bereich der Sozialverträglichkeit. Er vermutet, dass die ÖVP den Billigstrom "auf Teufel komm´ raus" haben will. Das Ergebnis wäre letztendlich weniger Service und schlechtere Versorgung für die Bevölkerung und unerträgliche soziale Einschnitte für die Beschäftigten. Hundstorfer:
"So geht das nicht. Wir wollen, dass der Kunde einen möglichst preisgünstigen Strom beziehen kann und gleichzeitig von motivierten MitarbeiterInnen das beste Service bekommt. Mit Börsespekulantionen bzw. anderen skurilen Ideen, die ausschliesslich zur Gewinnmaximierung von Aktionären und Spekulanten dienen, ist das sicher nicht möglich."(ff)

ÖGB, 14. Dezember 1999 Nr. 601

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