Gewerkschaft Bau-Holz: Vorrang für Beschäftigungspolitik

DRIEMER: Investitionen in Infrastrukturprojekte von größter Bedeutung

Kirchberg (GBH/ÖGB). "Die GBH tritt für einen umfassenden beschäftigungspolitischen Ansatz auf allen Ebenen ein", betonte der ÖGB-Vizepräsident und Bundesvorsitzende der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH), Johann Driemer, anlässlich der Arbeitstagung des Bundesvorstandes der GBH in Kirchberg in Tirol. Die Spitzenvertreter der GBH aus ganz Österreich hoben dabei die Notwendigkeit der Verwirklichung der Beschäftigungspolitik sowohl auf kommunaler, nationaler als auch auf der Ebene der Europäischen Union, hervor.++++

Egal wie sich die zukünftige Bundesregierung zusammen setzt, für die GBH und die Bau- und HolzarbeiterInnen stehen Arbeitsplätze, die sozialen Rechte, die Gesundheitspolitik und die Weiterentwicklung der Einkommen der ArbeitnehmerInnen im Mittelpunkt, führte Driemer aus. Die GBH wird daher von der zukünftigen Bundesregierung und allen politischen Verantwortlichen in Bund und Ländern die Umsetzung des Maßnahmenpaketes - mit konkreten Vorschlägen zur Verbesserung der Arbeitsmarktsituation in der Bau- und Holzwirtschaft - im Interesse von rund 500.000 Bau- und HolzarbeiterInnen und deren Familien noch stärker einfordern.

"Die neue Bundesregierung wird, so wie in der Vergangenheit, nicht an Ankündigungen, sondern an ihren Leistungen für die Bau- und HolzarbeiterInnen gemessen", betonte Driemer.

Verstärkte Winterarbeitslosigkeit durch Rückstau bei öffentlichen Auftragsvergaben

Durch Verzögerung bei der Bildung einer neuen Bundesregierung befürchten die Mitglieder des Bundesvorstandes der Gewerkschaft Bau-Holz ein zusätzliches Ansteigen der Winterarbeitslosigkeit am Bau. Seit Jahren versuche die Gewerkschaft Bau-Holz mit konkreten Vorschlägen, wie z.B. mit dem seit 1996 vereinbarten und auch praktizierten Jahresbeschäftigungsmodell, die Winterarbeitslosigkeit am Bau zu verringern. Wenn die Aufträge immer in kürzeren Zeiträumen abgewickelt werden und keine Auftragsvergabekontinuität über das Jahr vorliege, könne auch das Jahresbeschäftigungsmodell nicht voll greifen. "Der von der Gewerkschaft Bau-Holz vorgeschlagene Struktur-und Arbeitsmarktfonds kann jene ArbeitnehmerInnen, die weiter in der Bauwirtschaft Arbeit haben, durch Qualifizierungsmaßnahmen besser und bedarfsorientierter ausbilden und ist somit ein weiteres Instrument gegen die Winterarbeitslosigkeit", hob Driemer hervor.

Brauchen zukunftsweisende Verkehrsinfrastruktur

"Investitionen in die Infrastruktur sichern die Wettbewerbsfähigkeit und damit die Arbeitsplätze in der Zukunft für Österreich. Ohne LKW-Maut wird die Situation am Arbeitsmarkt unnötig verschärft und gleichzeitig wird es auch keine sinnvolle Verlagerung des Schwerverkehrs auf die Schiene geben", kritisierte der GBH-Vorsitzende die starre Haltung von Wirtschaftsminister Dr. Farnleitner in puncto LKW-Bemautung.

"Die Gewerkschaft Bau-Holz tritt für eine sinnvolle und zukunftsweisende Verkehrsinfrastruktur in Österreich und auch für die Nutzung privater Finanzierungsformen ein", betonte Driemer.

Wohnungsbedarf nach wie vor vorhanden

Der Bundesvorstand der GBH lehnt jede Spekulation bezüglich der Wohnbauförderungsmittel ab. "Jeder Eingriff im Bereich der Wohnbauförderungsmittel würde zu Arbeitsplatzverlusten in der Bauwirtschaft führen", erklärte Driemer. "Die Zweckbindung der Wohnbauförderungsmittel muss daher dem Grunde nach unangetastet bleiben", stellte der Bundesvorsitzende fest.

Umschichtungen von Wohnbauförderungsmitteln sollen nach Ansicht der Gewerkschaft Bau-Holz ausschliesslich in Richtung der Altstadterhaltung, der thermischen Sanierung sowie in den Ausbau der Infrastruktur, Umwelt und Schutzbauten vorgenommen werden.

Auch die Mittel aus den Erhaltungs- und Verbesserungsbeiträgen für die Wohnhaussanierung, Adaptierung sowie thermische Sanierung dürfen nicht in Frage gestellt werden, betonte Driemer. "Jede Veränderung nach unten bedeutet nicht nur die Verschärfung der Situation am Wohnungsmarkt, sondern würde auch den Arbeitsmarkt in der Bauwirtschaft negativ belasten", führte der Bundesvorsitzende abschließend aus.

ÖGB, 14. Dezember 1999 Nr. 600

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Johann Driemer
Hotel Alpenhof, Kirchberg
Tel. 053 57/2389
e-mail: stefan_mann@gbh.oegb.or.at

Gewerkschaft Bau-Holz

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB