Pensionsexperte Prof. Dr. Bernd Marin für den Aufbau einer "Vierten Säule" im Pensionssystem

Wien (OTS) - Mut zu einer illusionslosen Bestandsaufnahme, Kostenwahrheit, Klarlegung präziser Ziele und eine ergänzende Versicherungspartnerschaft zu der ersten Umlagesäule", dies sind die eindringlichsten Forderungen, die Prof. Dr. Bernd Marin in Bezug auf die Zukunft unseres Pensionssytemes im Interview mit dem Börsen-Kurier stellt. Für Prof. Marin ist das fortgesetzte Sinken des durchschnittlichen Pensionsantrittsalters in Österreich - gegenüber dem gesetzlich vorgesehenen Regelpensionsalters - die grösste Problematik unseres Pensionssystems. Marin: "Hinzu kommt, dass für die meisten Beamten das Regelpensionsalter bis heute nicht 65 wie im Allgemeinen Sozialversicherungs-Gesetz, sondern weiterhin nur 60 Jahre ist und das faktische Pensionsantrittsalter noch darunter liegt, obwohl keinerlei Arbeitsplatzgefährdung vorliegt. Man müsste das Regelpensionsalter für alle, Arbeitnehmer und Beamte, Männer und Frauen, auf zumindest 65 anheben, nach entsprechenden Gleichstellungsmassnahmen für Frauen und ihrer eigenständigen Alterssicherung."

Marin weist darauf hin, dass von ihm die Forderung der Harmonisierung aller Pensionssysteme und damit auch Gleichstellung des Pensionsantrittsalters von Frauen und Männern in die öffentliche Diskussion eingebracht wurde und für die Umsetzung der Finanzierbarkeit des derzeitigen Umlageverfahrens unverzichtbar sei.

"Harmonisierung ist eine Frage elementarer Fairness und Gleichbehandlung aller Staatsbürger/innen und eine Lebensdurchrechnung ebenso, schon um eine systematische, aber nicht politisch gestaltbare Kluft zwischen Beitrags- und Bemessungsgrundlagen endlich zu überbrücken," so Marin weiter im Börsen-Kurier-Interview.

Zur Sicherung des Lebensstandards im Pensionsalter plädiert Marin - neben der staatlichen Förderung der betrieblichen (2. Säule) und der privaten Altersvorsorge (3. Säule) - für den Aufbau einer "Vierten Säule". Marin versteht darunter "die Aufhebung unzeitgemässer und diskriminierender Ruhensbestimmungen, wodurch (nicht genötigte) Teilzeit-Nebenerwerbstätigkeit auch in dem inzwischen durch längere Lebenserwartung oft jahrzehntelangen "dritten Lebensalter", die Aufrechterhaltung der eigenen 'Humankapitalanlagen', des Arbeitsvermögens bzw. des gesammelten Erfahrungsschatzes über zumindest einen Teil des Ruhestandalters ermöglicht wird."

Hinweis: Das Interview mit Prof. Dr. Bernd Marin erscheint in der Börsen-Kurier-Ausgabe Nr. 50/99 am 16.12.1999 im Supplement VORSORGE SPEZIAL.

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