Proteste gegen Kommerzialisierung von Blue Danube

"Wettbewerbsverzerrende Konkurrenzierung" - Fachverband unterstützt Anliegen der "Friends of Blue Danube Radio"

pwk - Der Allgemeine Fachverband des Verkehrs als gesetzliche Interessenvertretung der privaten Rundfunkveranstalter protestiert gegen die Pläne des ORF, das seit 20 Jahren erfolgreiche internationale Programm von Blue Danube Radio durch eine weitere nationale Kommerzkette zu ersetzen. ****

Die fortgesetzte Kommerzialisierung des öffentlich-rechtlichen Hörfunks gehe auf Kosten der zahlreichen erfolgreich operierenden österreichischen Privatradios und sei daher medienpolitisch äußerst bedenklich, heisst es in der Stellungnahme. Dass auch zahlreiche ORF-Hörer dieses Vorgehen nicht goutieren, belegten die mehr als 28.000 Unterschriften der "Friends of Blue Danube Radio", die anlässlich der letzten Sitzung des ORF-Kuratoriums übergeben wurden. Der Fachverband hält diese Bedenken für berechtigt und hat sich daher am Montag dieser Petition angeschlossen.

Es steht dem ORF gerade angesichts der jüngst erreichten Erleichterungen bei Gebühreninkasso, Eigenwerbung und der Werbezeitenregelung nicht gut zu Gesicht, in eine sich entwickelnde elektronische Medienlandschaft dank seiner gesetzlich verankerten Marktmacht weiter marktbeherrschend einzugreifen. Die Absetzung von Blue Danube Radio und ein kommerzialisiertes FM 4 führten nicht nur zur weiteren Blockade einer durchaus für Privatradios nutzbaren bundesweiten Senderkette durch den ORF, sondern auch zu gebührenfinanzierter Konkurrenzierung von privaten Hörfunkveranstaltern, die sich nach eineinhalbjährigen Aufbaubemühungen in einem ohnehin verzerrten Markt erfolgreich behaupten können. Bemerkenswert sei insbesondere, dass die privaten Radiobetreiber in Österreich inzwischen in Summe mehr fremdsprachige Sendungen und vor allem Sendungen in Minderheitensprachen produzieren und senden als der mit öffentlich-rechtlichem Auftrag und Geldern ausgestattete ORF.

Die derzeit auf Sendung befindlichen Privatradioanstalten drängen daher sowohl im eigenen als auch im Namen von rund 600 Mitarbeitern darauf, dem ORF die Umsetzung der im ORF-Kuratorium vorgelegten Eingriffe in die Programmgestaltung von Blue Danube Radio/FM 4 zu versagen. Weiters urgiert der Fachverband die seit April dieses Jahres überfällige Konstituierung der Kommission zur Wahrung des Rundfunkgesetzes, um dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk Chancengleichheit mit den privaten Radiobetreibern zu gewähren.

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