Harmonisierte Bauordnungen könnten Massives Bauen billiger machen

Einsparungspotential von 25 Prozent möglich

PWK - Mit einer weitreichenden Harmonisierung der neun unterschiedlichen Landes-Bauordnungen könnten die Baupreise erheblich gesenkt werden. Experten der ARGE Bau!Massiv! schätzen das Einsparungspotential auf bis zu 25 % der Baukosten, wenn auch die Genehmigungsverfahren reformiert und Auflagen auf ihre Sinnhaftigkeit überprüft werden. Profitieren könnten davon jene 95 Prozent der österreichischen Bauherren, die sich für die Massivbauweise entschlossen haben. ****

Derzeit unterscheiden sich die Bauordnungen nicht nur im Umfang, sondern auch im Inhalt. Kommt das eine Bundesland mit 25 Paragraphen und 114 Absätzen aus, so braucht es 2 Meter weiter jenseits der Landesgrenze das Dreifache, nämlich 78 Paragraphen und 317 Absätze, um Ordnung in das Baugeschehen zu bringen. Im einen Bundesland müssen die Wohnräume mindestens 2,50 m hoch sein, im anderen darf es ein bisserl weniger sein. Die Wiener kommen offenbar bereits ab drei Stufen ins Stolpern, Burgenländer brauchen erst ab fünf Stufen ein Geländer.

Für Baumeister bedeuten diese abweichenden Vorschriften eine enorme Belastung. Sie müssen für die unterschiedlichsten Anforderungen gerüstet sein. Standardisierte Baumethoden, die in jedem Bundesland angewendet werden können, sind nur bedingt möglich. Auch die Koordination regionaler Subunternehmer wie Elektriker, Installateure, Dachdecker usw. wird durch die unterschiedliche Gesetzeslage komplizierter. Das treibt die Baukosten in die Höhe.

Diese könnten sofort um mindestens 4 Prozent gesenkt werden, wenn sich die Länder auf eine Harmonisierung der Bauordnungen einigen. Die Baufirmen können dann den Grad der Vorfertigung deutlich erhöhen, wenn z.B. die Wände in allen Bundesländern gleich dick sein müssen. Schalungsarbeiten lassen sich erheblich effizienter ausführen und die Schulung der Mitarbeiter wird einfacher. Viel Zeit sparen sich auch die Planungsabteilungen der Baufirmen, wenn nicht mehr neun verschiedene Bauordnungen hin und her gewälzt werden müssen. Nehmen die Länder auch ihre unterschiedlichen Genehmigungsverfahren aufs Korn, könnten weiter 15 Prozent der Baukosten eingespart werden. Die restlichen 6 Prozent verteilen sich auf Erschließungs-Finanzierungs- und Planungskosten.

Viele Bestimmungen in den Bauordnungen sind historisch gewachsen, haben jedoch in der Praxis ihre Berechtigung verloren. Einzelne Bundesländer haben daher ihre Bauordnungen bereits "entrümpelt" und damit recht gute Erfahrungen gemacht. Diese gilt es nun österreichweit einzubringen. Der Ball liegt jetzt bei den Landeshauptleuten. Nur sie können den "Wirrwarr" der Vorschriften entflechten. Der erste Schritt könnte ein gemeinsames Positionspapier sein, das die Harmonisierung der Baugesetze vorantreibt, ohne auf berechtigte länderspezifische Besonderheiten zu verzichten. Das würde nicht nur die Baukosten für Massivbauer erheblich senken, sondern auch zahlreiche Arbeitsplätze vor allem in ländlichen Regionen sichern.

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