"Senkung der Promille-Grenze war ein Schlag ins Wasser"

Warnungen der Experten nachträglich voll bestätigt - Nur schärfere Kontrollen können "Problem-Lenker" abschrecken

PWK - Die mit Jahresbeginn 1998 in Kraft getretene und von Anfang an höchst umstrittene Senkung der Alkohl-Grenze im Straßenverkehr von 0,8 auf 0,5 Promille war, so muss man heute sagen, leider ein Schlag ins Wasser. Die im heurigen Jahr rasant gestiegene Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle - von Jänner bis Oktober 1999 wurden 906 Verkehrstote gezählt, um 111 oder 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum - hat bedauerlicherweise all jenen Experten nachträglich Recht gegeben, die darauf hingewiesen haben, dass langfristig nur schärfere Verkehrskontrollen dem Übel begegnen können, nicht aber willkürlich gezogene Alkohollimits. ****

"Es hat von Anfang an viele erstzunehmende Stimmen gegeben, die darauf hingewiesen haben, dass nach einer ersten 'Schrecksekunde' die Unfallzahlen bald wieder so hoch sein würden wie vorher. Nur mit ständigem Überwachungsdruck lassen sich die echten Alkohollenker, also diejenigen Verkehrsteilnehmer, die sich um keine Bestimmungen scheren, halbwegs unter Kontrolle halten. Leider haben sich diese Stimmen der Vernunft angesichts der damals angefachten massiven Medienkampagne nicht durchsetzen können", zieht der Obmann der Bundessektion Tourismus und Freizeitwirtschaft, Komm.Rat Hansjörg Kröll, Bilanz nach knapp zwei Jahren Geltung der reduzierten Promille-Werte.

Es ist ja bekanntlich erwiesen, so Kröll weiter, dass die verunfallten "Problemlenker" durchwegs beträchtlich mehr als 0,8 Promille "intus" hatten. Der Anteil der Lenker mit einem Blutalkoholgehalt zwischen 0,5 und 0,8 Promille - und um diese ging es ja bei der Neuregelung - war hingegen verschwindend gering. "Die damals überfallsartig beschlossene Regelung - rückblickend gesehen der klassische Fall eines 'von den Medien gemachten' Gesetzes - hat also der Gastronomie enorm geschadet, viele Betriebe an den Rand des Ruins gebracht und der Bevölkerung letztlich nichts gebracht", bedauert der Sprecher der Tourismuswirtschaft.

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