VP-Strobl: Das neue Objektivierungsverfahren wird von Scholz parteipolitisch missbraucht

Wien (ÖVP-Klub) "Hat Stadtschulratspräsident Kurt Scholz etwas zu verbergen?", frug sich heute der Bildungssprecher der Wiener ÖVP, LAbg. Walter STROBL. "Wenn nicht, dann soll er die einzelnen Verfahrensschritte der aktuellen Objektivierung detailliert offen legen und sich nicht hinter dem einzigen ausgelagerten und professionellen Assessmentverfahren einer Personalberatungsfirma verstecken", forderte STROBL.

Die ÖVP stimme sicherlich keinem Objektivierungsverfahren zu, in dem nur SPÖ-Funktionäre allein entscheiden, auch wenn Scholz glaubt behaupten zu können, dass die zuständigen Beamten im Stadtschulrat objektiv seien. "Wenn heute im Kollegium die Bestellung eines Direktors für die HTL Wien 16 ansteht, dann haben allein SP-Funktionäre und Beamte den Reihungsvorschlag erstellt", hielt STROBL fest. "Die Detailergebnisse des Objektivierungsverfahrens sind nicht nachvollziehbar und wurden auch von niemanden kontrolliert."

"Scholz hat die politische Zustimmung der ÖVP gezielt missbraucht, als damals anlässlich der Beschlussfassung zum neuen Objektivierungsverfahren koalitionär einträchtig vom Abbau des Proporzes und einer Objektivierung nach professionellen Maßstäben die Rede war."
Scholz verwende das einzige unumstritten objektive Assessmentcenter nun als politisches Feigenblatt und lasse alle anderen Teilgutachten durch seine SP-Beamten entscheiden.
"Da machen wir grundsätzlich nicht mit", so der VP-Bildungssprecher.

Koalitionär war zwischen SPÖ und ÖVP eine andere Vorgangsweise vereinbart. Zu viele Fragen und der Verdacht der politischen SPÖ-Einflussnahme tauchen auf:
Wer erstellt die Settings (Fragen und Problemkatalog) für das jeweilige Assessment ?
Wer wählt die für die Funktion zu nominierenden Assessoren aus? In das aktuelle Verfahren wurde gezielt ein SPÖ-Vertreter geschickt. Vereinbart war, dass sie per Zufall gelost werden sollten, um dem Vorwurf, bestimmte Personen politisch auszuwählen, zu entkräften. Warum wird die CPA weiterhin im Stadtschulrat durchgeführt ? Auch hier war vereinbart, dass dies bei der Managementberatungsfirma durchgeführt werden soll, um dem Vorwurf, es gäbe vereinzelt bereits Raubkopien zum Üben, zu entkräften.
Wer erstellt das Gesamtergebnis aller drei Verfahrensschritte (Bewertung und Begutachtung der Bewerbung, CPA und AC) für den Dreiervorschlag? Scholz hat behauptet, das geschehe durch die Personalberatungsfirma. Tatsächlich wird dies aber im Stadtschulrat von zwei SPÖ-Beamten und dem Präsidenten hinter verschlossenen Türen gemacht.
"Scholz pfeift auf die koalitionären Vereinbarungen und auf die Objektivität, er macht, was er will", empörte sich STROBL. Im aktuellen ersten Verfahren nach dem neuen Modus, sei keine der Vereinbarungen eingehalten worden.

Und das ist die neue Beamten-Objektivität a la Scholz:
der zuständige päd. Abteilungsleiter und der Abteilungsleiter für das Personalwesen sind beide Mitglieder der SPÖ-Fraktion des Kollegiums. Der pädagogische Abteilungsleiter ist sogar SPÖ-Fraktionsvorsitzender für diesen Bereich!

"Jetzt ist endlich klar, was Scholz unter dem Ende des Proporzes und unter mehr Professionalität und Transparenz der einzelnen Verfahren versteht. SPÖ-Beamten beschließen, wer Direktor wird."
Leider seien diese Vorgänge erst jetzt sichtbar geworden. Scholz hat bisher in der Öffentlichkeit immer behauptet "Ein unabhängiges Personalberatungsbüro wird künftig im Rahmen eines Assessmentverfahrens den geeignetsten Bewerber für den Direktorenposten ermitteln", und damit den Eindruck erweckt, dass das Ergebnis des Personalberatungsbüros für ihn verbindlich sei.
Durch Nachfrage bei der Firma stellte sich nun heraus, dass diese über die Bewertung der anderen Teilverfahren überhaupt nicht informiert ist und auch nicht befasst wurde. Die Bewertung und Erstellung des Dreiervorschlages erfolgt also hinter verschlossenen Türen im Stadtschulrat.
"Wir lassen uns von Scholz nicht verhöhnen", so der ÖVP-Bildungspolitiker. "Wenn der Proporz abgeschafft werden soll, dann wird das sicher nicht durch ein Majorzprinzip passieren. Wir verlangen von Scholz und der SPÖ als Koalitionspartner, dass die ursprünglich vereinbarten Spielregeln eingehalten werden."
Bis dahin werde die VP als Koalitionspartner keine weiteren Bestellungen im Kollegium zulassen.

Und das will die ÖVP als nächste Schritte verwirklichen:
Die rasche Umsetzung eines von Bgm. Häupl zugesagten Landesobjektivierungsgesetzes für Wien.
Für den gesamten Stadtschulrat:
Eine absolute Professionalisierung und weitgehende Auslagerung der Verfahren.
Die Erstellung und regelmäßige Überarbeitung der Standortprofile muss unabhängig von einer beabsichtigten Ausschreibung erfolgen
Eine Auswahl der Assessoren, soweit sie nicht von der Personalberatungsfirma gestellt werden, durch Losentscheid
Die CPA muss außer Haus durchgeführt werden und in regelmäßigen Abständen neu geeicht werden.
Sollte aus Datenschutzgründen eine Auslagerung bestimmter Gutachten nicht möglich sein, so müssen in Zukunft der Personalkommission (deren Zusammensetzung auch neu überdacht werden sollte) alle Detailergebnisse der Rangreihungsbegründung zur Kontrolle vorgelegt werden.
Die einzelnen Teilbereiche des Objektivierungsverfahrens sollten gewichtet werden (z.B 60% für das AC, 25 % für die CPA und 15% für das Gutachten durch das Amt)
Die Rangreihungen sollten generell nicht in Punkterängen sondern in Prozentabständen der einzelnen Kandidaten angegeben werden. Dies entspricht einer objektiveren Betrachtung und besseren Treffsicherheit der Aussagen.
Das Endergebnis aller Verfahren soll die Kandidaten in drei Gruppen reihen:Besonders geeignetGeeignetWeniger geeignet.
Liegen die Kandidaten in der Gruppe "besonders geeignet" sehr eng zusammen, so soll die Schule ein Vorschlagsrecht für den Erstgereihten eingeräumt erhalten.
Alle Verfahrensschritte sollen für die beschließenden Kollegiumsmitglieder transparent und vollständig nachvollziehbar sein

SCHLUSS

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