WirtschaftsBlatt über das Steuersystem Die Wirtschaft braucht mehr Luft zum Atmen von Peter Muzik

Wien (OTS) - Der Wunschkatalog, den die österreichische Wirtschaft der neuen Regierung - wie immer diese auch aussehen mag - vorzulegen hat, ist ziemlich lang, enthält jedoch relativ wenige Sensationen. Auf einen Satz reduziert könnte man sagen: Die Unternehmen brauchen in Zukunft bessere Rahmenbedingungen, sozusagen mehr Luft zum Atmen. Ich halte vier Aspekte für besonders wichtig:

1. Die Bürokratie legt viele Betriebe zusehends lahm. Das muss anders werden. Daher sind die zahllosen Formulare, Verordnungen, Statistiken, Vorschriften oder Verfahren, die praktisch jedes Unternehmen enorm viel Zeit und Kraft kosten, drastisch zu reduzieren und, wo¹s geht, abzuschaffen.

2. Das Steuersystem in Österreich ist heute zu kompliziert und selbst für die meisten Unternehmer unverständlich. Das muss sich ändern: Wir brauchen möglichst rasch ein Steuersystem, das kinderleicht, gerecht und für alle verständlich ist.

3. Die Lohnnebenkosten sind für die Unternehmen zu hoch, was so gut wie alle Experten für die Crux Nummer eins halten. Die neue Regierung ist deshalb gut beraten, hier schleunigst aktiv zu werden. Wenn die heimische Wirtschaft konkurrenzfähig bleiben will und wenn Österreich für ausländische Investoren interessant sein möchte, dann muss man die Lohnnebenkosten schleunigst senken.

4. Die bisherige Wirtschaftspolitik bestand zu häufig aus reinen Worthülsen. Jetzt sind jedoch Taten überfällig: Die Wirtschaft braucht beispielsweise immer noch - dringender denn je - eine Gründeroffensive, eine Technologieoffensive und eine Exportoffensive. Fazit: Nur wenn diese vier Kernpunkte Realität werden, dann wird sich auch die Stimmung in der Wirtschaft schlagartig bessern. Dann wird es mehr Spass machen, ein Unternehmen zu gründen bzw. unternehmerisch tätig und kommerziell erfolgreich unterwegs zu sein. Dann wird man sich als Selbstständiger nicht mehr fragen müssen, warum man sich das alles antut und ob es nicht doch besser wäre, zu verkaufen, den Laden dicht zu machen oder die Produktion beispielsweise in den Osten zu verlagern. Die neue Regierung sollte daher zunächst einmal blitzartig das Budgetchaos in den Griff kriegen und sodann im Interesse der Wirtschaft die richtigen Weichen in die Zukunft stellen - Seite an Seite mit der ebenfalls erneuerten Führung in der Wirtschaftskammer. (Schluss) PM

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