Umwelt würde enorm von EU-Osterweiterung profitieren

Schwarzer: "Grüne Investitionen von 120 Milliarden Euro zu erwarten" - Große Chancen für Umwelttechnik-Firmen

PWK - "Die stark in den Vordergrund gerückte Frage der Kernenergie ist bei weitem nicht das einzige Umweltproblem in den beitrittswilligen Reformstaaten. Es gibt eine Reihe weiterer Fragen, die für die Umwelt und auch für die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft ähnlich wichtig sind", erklärte der Leiter der Umweltpolitischen Abteilung in der Wirtschaftskammer Österreich, Stephan Schwarzer, Freitag vormittag in einem Referat zum Thema "Umwelt und Wettbewerb" vor der gegenwärtig im Austria Center Vienna stattfindenden internationalen Wirtschaftskonferenz über "Die Donauregion". ****

Schwarzer untermauerte seine These mit einer Reihe aktueller Vergleiche: So belaufen sich beispielsweise die - für die Luftverschmutzung wesentlich mitverantwortlichen - SO2-Emissionen der tschechischen Republik auf 1.270.000 t und jene Polens gar auf 2.605.000 t. In Ungarn erreichen sie 741.000 t, in Österreich hingegen nur 74.000 t pro Jahr. Von den SO2-Niederschlägen in Österreich sind, als Folge dieser nachteiligen Situation, nur acht Prozent "hausgemacht", während 46 Prozent der Schwefeldioxid-Belastungen aus den EU-Mitgliedsstaaten und 34 Prozent aus den EU-Kanditatenländern "importiert" werden; 12 Prozent stammen aus anderen Ländern. Unter dem Strich sind die "Importe" Österreichs an SO2 dreimal höher als unsere diesbezüglichen "Exporte".

Auch bei den NOx-(Stickstoffdioxid-)Emissionen liegt Österreich, wenn auch nicht so krass, unter dem Niveau der östlichen Nachbarn bzw. Beitrittskandidaten. 15 Prozent der NOx-Depositionen in Österreich haben ihren Ursprung im Land selbst, 16 Prozent stammen aus den Kandidatenländern, 59 Prozent aus der EU und zehn Prozent aus anderen Staaten.

Eine Verminderung der - als Beispiel genommenen -Luftverschmutzung in den Beitrittsländern liegt also, wie Schwarzer unterstreicht, nicht nur im Interesse dieser Länder selbst, sondern auch im dringenden Interesse Österreichs und anderer EU-Staaten. Ähnliches gelte für die Wasserreinhaltung, ein ebenfalls gesamteuropäisches Problem.

Österreich ist das einzige OECD-Land, das mehr als zwei Prozent seines BNP für "Pollution Control"-Maßnahmen ausgibt. Die in einem harten Konkurrenzkampf stehende österreichische Wirtschaft ist daher aus begreiflichen Gründen daran interessiert, dass unsere hohen Umwelt-Standards in ganz Europa, einschließlich der EU-Kandidaten, zur Norm werden. Dies würde den heimischen Unternehmen gleiche Chancen im Wettbewerb eröffnen.

Die (nur in begründeten Fällen durch Übergangslösungen zu erleichternde) Festlegung hoher Umwelt-Standards würde in den Beitrittsländern einen Boom an "grünen Investitionen" auslösen. Insgesamt, schätzt Schwarzer, müssten die neuen EU-Mitglieder rund 120 Milliarden Euro in die Sanierung ihrer Umwelt investieren. Davon entfallen je 50 Milliarden auf die Bereiche Luft und Wasser, der Rest (20 Milliarden) auf die Verbesserung des Abfall-Managements. Ein Drittel der Gesamtsumme von 120 Milliarden Euro würde übrigens allein auf Polen entfallen.

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