Österreichs Treibhausgas-Reduktionsziel nicht erreichbar

Papierindustrie hat ihre Hausaufgaben bereits erledigt - Weitere Auflagen werden daher abgelehnt

PWK - Österreich hat sich zu einer hohen Reduktion der Treibhausgase von minus 13 Prozent gegenüber 1990 verpflichtet. "Dieses Ziel wird nur schwer zu erreichen sein. Die österreichische Papierindustrie hat schon vor Jahren ihre Hausaufgaben gemacht, indem sie seit 1980 entscheidende Maßnahmen im Bereich des Energiemanagements setzte, den Umstieg auf umweltfreundliche Energieträger förderte, und Hochausbeutetechnologien - wie zB die Kraft-Wärme-Kopplung - forciert hat. Dadurch konnte der spezifische Energieverbrauch halbiert werden", stellte der Präsident der Österreichischen Papierindustrie, Robert Launsky-Tieffenthal, heute, Freitag, vor Journalisten fest. ****

Nun befürchte die österreichische Papierindustrie, dass die Maßnahmen zur Erreichung des verpflichtenden Reduktionszieles in erster Linie der Industrie aufgebürdet werden und Verursacher mit hohen Steigerungsraten aus politischen Gründen unangetastet bleiben.

Für die heimische Zellstoff- und Papierindustrie spielt von den im Kyoto-Protokoll genannten umweltrelevanten Treibhausgasen praktisch nur Kohlendioxid eine Rolle. Seit 1980 wurde die Produktion der österreichischen Papierindustrie von 1,6 Millionen auf 4 Millionen Tonnen Papier, Karton und Pappe, also um rund 250 Prozent gesteigert. Dadurch hat sich der Bedarf an Brennstoffen um das 1,6-fache erhöht, der Stromverbrauch verdoppelte sich. "Die absoluten Kohlendioxid-Emissionen - bedingt durch den verstärkten Verbrauch von fossilen Brennstoffen - stiegen hingegen seit 1980 nur um 5 Prozent von 1,76 auf 1,85 Mill. Tonnen an", betonte der Umweltsprecher der Papierindustrie, Walter Pillwein (Steyrermühl AG).

Anders ist die Situation bei den internationalen Mitbewerbern. Die großen Konkurrenten der österreichischen Papierindustrie kommen aus Ländern wie Schweden, Finnland und Norwegen. Für Finnland sind keine Reduktionen vorgesehen. Norwegen und Schweden wurden sogar Erhöhungen der Treibhausgas-Emissionen um ein beziehungsweise vier Prozent zugestanden. Der Grund dafür ist, dass die Papierindustrie, die dort eine sehr hohe volkswirtschaftliche Bedeutung hat, ihre Energieeinsparungspotentiale schon vor Jahren ausgenützt hat.

In den vergangenen 20 Jahren - insbesondere zwischen 1980 und 1990 - haben in der österreichischen Papierindustrie massive Umstrukturierungen auf dem Energiesektor stattgefunden. Durch den Einsatz der Kraft-Wärme-Kopplung und den damit verbundenen Umstieg auf schadstoffärmeres Erdgas waren weitere spezifische Kohlendioxid-Reduktionen möglich. Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sparen 35 Prozent an Kohlendioxid gegenüber konventionellen Verbrennungsanlagen ein. Ergänzt wurden diese großen Maßnahmenblöcke durch ein detailliertes, effizientes Energiemanagement in den einzelnen Werken der Papierindustrie. Heute sind die Einsparungspotentiale im Energiebereich folglich nur noch sehr gering.

Die Papierindustrie lehnt ein rein rechnerisches Aufteilen des vereinbarten Reduktionszieles auf die Industrie, einzelne Branchen oder Unternehmen, ab. Es kann nicht sein, dass einzelne Industriezweige für ihre guten Leistungen in der Vergangenheit bestraft werden.

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