Psychotherapie auf Krankenschein - Einigung unter den Psychotherapeuten auf eine neue Verhandlungslinie 1

Wien (OTS) - Im Berufsverband der Psychotherapeuten kam es vergangenen Samstag zu einer Einigung über einen neuen Verhandlungsvorschlag zum Gesamtvertrag für Psychotherapie.

Aufgrund der Entscheidungen der Generalversammlung (27.11) und der Bundeskonferenz (26.11) sollen vor allem die Zusatzqualifikationskriterien und das Honorar neu verhandelt werden. Eine von der Bundeskonferenz beauftragte Arbeitsgruppe, in der vor allem die oppositionellen Kräfte des Verbandes vertreten sind, hat gemeinsam mit dem Verhandlungsteam Abänderungsvorschläge formuliert, die nun dem Haupverband vorgelegt werden.

Grund der Auseinandersetzungen im Verband waren die ursprünglich ausgehandelten "Qualitätskriterien", die zu einer drastischen Reduzierung der Psychotherapeuten geführt und in der Folge die psychotherapeutische Versorgung in Österreich auf lange Zeit auf niedrigem Niveau festgeschrieben hätte.

Der neue Vorschlag entspricht der Realität einer psychotherapeutischen Praxis, bewegt sich im Rahmen des Psychotherapiegesetzes und sichert die psychotherapeutische Versorgung in Österreich.

Kern des Alternativvorschlages ist, daß Psychotherapeuten, um verrechnungsfähig zu werden, insgesamt 600 Stunden psychotherapeutische Krankenbehandlungserfahrung nachweisen müssen. Davon sind 300 Therapiestunden mit Patienten zu leisten, die unter schweren psychischen Störungen leiden. In diesem Zusammenhang wurde das Diagnosespektrum von organischen und nichtorganischen Psychosen sowie Suchterkrankungen auf schwere Störungen des Kindes- und Jugendalters, schwere Persönlichkeitsstörungen und schwere Psychosomatosen erweitert. In Kombination mit Praktika und gesetzlich vorgeschriebener Fort- und Weiterbildung wird den Psychotherapeuten damit ein hoher Qualitätsstandard abverlangt. Die Krankenbehandlungserfahrung kann ersatzweise auch im psychiatrischen Krankenhaus oder in einer psychosozialen Einrichtung gesammelt werden. Erfahrene, langjährig tätige Psychotherapeuten können ein nachträgliches Psychiathepraktikum durch den Nachweis von vermehrter psychotherapeutischer Behandlungskompetenz erbringen.

Die Bundeskonferenz hat weiters beschlossen, einen Honorarsatz von S 800.- pro Einzelpsychotherapiestunde anzustreben. Dieser Stundensatz liegt im untersten Bereich der derzeit marktüblichen Preise für Psychotherapie und entspricht der aktuellen Honorarordnung des ÖBVP, weiters zeigen Wirtschaftlichkeitsberechnungen, daß dieser Betrag für den Betrieb einer psychotherapeutischen Praxis erfordedich ist.

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