Weitere Freigabe der Ladenöffnungszeiten muss ein Tabu bleiben

Sallmutter unterstützt Grazer Protestmarsch

Wien (GPA/ÖGB). "Ich freue mich, dass UnternehmerInnen gemeinsam mit ArbeitnehmerInnenvertretungen gegen die Ausweitung der Öffnungszeiten im Handel marschieren", meinte Hans Sallmutter, Vorsitzender der Gewerkschaft der Privatangestellten zur am kommenden Sonntag stattfindenden Protestaktion in Graz. "Jede weitere Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten wäre völlig untragbar. Man weiß was das bedeuten würde: Die großen Handelsketten beißen ein noch größeres Stück vom Kuchen ab, für die kleinen UnternehmerInnen bleiben bestenfalls noch die Brösel und das ganze findet auf dem Rücken der Beschäftigten statt", so Sallmutter, der außerdem Viktor Klima aufforderte, bei den bevorstehenden Regierungsverhandlungen keinerlei Zugeständnisse in der Ladenöffnungsfrage zu machen.++++
Längere Einkaufszeiten bedeuten kein Mehr an Umsatz und genauso wenig schaffen sie zusätzliche Arbeitsplätze: Trotz der Ausweitung der Samstagöffnung ging die Zahl der Handelsbeschäftigten in den letzten fünf Jahren um 10.000 zurück. Zusätzlich geht der Trend in Richtung Teilzeit- und geringfügiger Beschäftigung beständig weiter. Besonders Frauen leiden bereits jetzt unter extrem familienfeindlichen Arbeitszeiten und würden bei einer weiteren Freigabe der Öffnungszeiten massiv an Lebensqualität einbüßen. Rund 40 % der Handelsangestellten möchten ihren Job wechseln, ihre Arbeitszeiten geben sie in erster Linie als Grund dafür an. "Gewerkschaften und ArbeitnehmerInnenvertretungen nehmen keine rückständigen Positionen ein, wenn sie sich für die Aufrechterhaltung der Ladenschlusszeiten einsetzen. Was wir wollen, sind faire und gerechte Bedingungen für Beschäftigte und Wirtschaftstreibende", so Sallmutter und schloss:
"Ich hoffe für den Protestmarsch am kommenden Sonntag auch auf die Solidarität der KonsumentInnen, die wie wir wissen zu über 90 % mit den jetzigen Öffnungszeiten zufrieden sind."
Der Protestmarsch findet am Sonntag, 12. Dezember statt. Treffpunkt ist um 11.00 Uhr auf dem Grazer Hauptbahnhof. Von dort führt der Marsch zur Grazer Burg, wo eine Petition an VertreterInnen der Steiermärkischen Landesregierung übergeben werden soll.
ÖGB, 10. Dezember 1999 Nr. 594

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