"Neue Zeit" Kommentar: "67 Tage" (von Helmut Griess)

Ausgabe vpm 10. 12. 1999

Graz (OTS) - Zumindest nach außen haben die 67 Tage mit ihren 45 Stunden Sondierungsgesprächen seit der Wahl nichts wirklich Neues gebracht: Thomas Klestil wünscht sich weiterhin eine "Regierung mit solider Mehrheit im Parlament und Ansehen im In- und Ausland". Also weiterhin eine SP-VP-Regierung, denn nur auf eine solche kann - wenn überhaupt - die Beschreibung des Bundespräsidenten zutreffen. Viktor Klima will auch weiterhin nur eine solche Regierung bilden. Die VP ziert sich weiterhin und die FP hofft, durch eine Verweigerung der VP an Klestil und Klima doch noch ins Spiel zu kommen. Einziger Unterschied zum Tag nach der Wahl: Aus dem "Gang in die Opposition" ist nun doch der Wunsch Schüssels nach "grünem Licht für die Aufnahme von Regierungsverhandlungen" geworden. Sollten die 67 Tage seit der Wahl notwendig gewesen sein, Schüssel bei diesem Schwenk das Gesicht wahren zu lassen - sei's drum. Sollte Schüssel aber meinen, er könne weiterhin ohne Rücksicht auf Geduld und Interessen der anderen Seite taktieren, könnte sich das rasch als Irrtum herausstellen. In der SP gibt es Stimmen, die davor warnen, in den Verhandlungen zu große Zugeständnisse zu machen, um dann doch als "verschmähter Liebhaber" da zu stehen. Stattdessen solle die SP der VP nicht mehr bieten, als sie auch in einem allfälligen neuen Wahlkampf vertreten könnte. Tatsächlich könnte man der SP keinen Vorwurf machen, sollte auch sie in Alternativen denken.

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