WWF-Aktion "Stopp den Giftködern"! Illegal ausgelegtes Gift tötet unseren Wappenvogel

Wien (OTS) - "Legen wir den Giftlegern gemeinsam das Handwerk"
ruft der WWF ab sofort alle Spaziergänger, Bauern, Förster und Jäger im Donauraum, den March-Thaya-Auen, im Waldviertel, Seewinkel und dem Südburgenland auf nach Giftködern, Spuren und Opfern Ausschau zu halten. Die Naturschützer haben dazu eine Gift-Hotline (0676/444 66 12) eingerichtet. Hintergrund der Aktion: Jedes Jahr im Winter verenden zahlreiche Tiere qualvoll an illegal ausgelegten Giftködern auf unseren Feldern - von Hunden bis hin zum hochgefährdeten Seeadler. Rund 40 überwintern derzeit bei uns. DI Ulrich Eichelmann vom WWF: "Wenn wir unser Wappentier nicht nur als Wintergast sehen wollen, müssen wir ihm dabei helfen. Gelingt es, die Vergiftung zu stoppen könnten wir bald die erste österreichische Brut seit mehr als 50 Jahren feiern.” Schon zu Aktionsbeginn kann der WWF einen großen Erfolg verbuchen: der NÖ Landesjagdverband unterstützt den Aufruf des WWF.

Winterzeit ist Giftzeit

Neun tote Seeadler wurden in den letzten Jahren rein zufällig gefunden, 1997 drei auf einem einzigen Feld. Diese Zahl ist aber nur die Spitze des Giftberges. Die Dunkelziffern liegen weit höher. DI Eichelmann: "Das ist ein Hauptgrund warum der Seeadler bis heute noch nicht in Österreich brütet. Jedes Jahr werden brutwillige Vögel durch illegal ausgelegte Giftköder getötet.- Dass die Saison wieder begonnen hat, belegt der Fund eines vergifteten Fuchses vor wenigen Tagen in Oberösterreich.

Seeadler, Hund und Co

Der Seeadler ist aber nicht der einzige Leidtragende, auch Bussard, Milan, Krähe, Elster, Fuchs, Marder und Dachs sowie Hunde zählen zu den qualvoll verendeten Opfern. Für Köder wird fast alles verwendet, die Palette reicht von präparierten Hühnern, Enten, Hasen über Fleisch- und Wurststücke bis hin zu bereits vergifteten Greifvögeln. Das verwendete Gift - Furadan - wird normalerweise in der Landwirtschaft eingesetzt und ist in Österreich giftscheinpflichtig, aber legal erhältlich.

Qualvoller Tod

"Furadan ist ein Nervengift. Es verursacht peinigende Krämpfe, Bewegungs- und Herzstörungen und führt letztendlich zum qualvollen Erstickungstod. Es ist nicht nur eine Tötungsmethode, es ist Tierquälerei. Daher findet auch der § 222 (Tierquälerei) des Strafgesetzbuches Anwendung", erklärt Dr. Hans Frey, Greifvogelexperte und Veterinärmediziner, der seit Jahren gegen dieses Verbrechen kämpft.

Der Seeadler und die Jäger

Als ersten großen Erfolg wertet der WWF die Unterstützung durch den NÖ Landesjagdverband. "Giftausleger sind kein Fall für den Stammtisch sondern für den Staatsanwalt," erklärte Dr. Peter Lebersorger, Geschäftsführer des NÖ Landesjagdverbandes, öffentlich. Lebersorger kündigte über die Lokalausgabe einer Tageszeitung sogar eine "Aktion scharf" innerhalb der Jägerschaft an. WWF-Experte Eichelmann: "Wir hoffen, dass durch die Zusammenarbeit mit dem Landesjagdverband endlich auch die schwarzen Schafe in der Jägerschaft akzeptieren, dass Giftköder laut Jagdgesetz verboten sind.- die Erfahrung stimme den WWF allerdings eher skeptisch. Eichelmann: "Zwar haben aufgrund des massiven Drucks schon in der Vergangenheit Teile der Jägerschaft den Ernst der Lage erkannt, es ist aber zweifelhaft, ob sie in den eigenen Reihen erfolgreich sind. Wie ein Beispiel aus dem Frühjahr zeigt, ist die Verdunkelungsgefahr groß." Ein höchstwahrscheinlich vergifteter Seeadler wurde nicht korrekter Weise veterinärmedizinisch untersucht, sondern landete sofort beim Präparator.

Seeadler-freies Österreich

Während in unseren Nachbarländern die Brutbestände innerhalb der letzten zehn Jahre ansteigen: in Deutschland von 160 auf 336, in Ungarn von 24 auf 76 Brutpaare, in Tschechien bereits 18-20 und in der Slowakei 2-3, ist Österreich noch immer Seeadler-frei.

Legen wir den Giftlegern gemeinsam das Handwerk! Der WWF ruft alle Spaziergänger, Bauern, Förster und Jäger besonders im Donauraum, in den March-Thaya-Auen, im Waldviertel, im Seewinkel und im Südburgenland, nach vergifteten Tieren, Ködern und Giftspuren Ausschau zu halten. Diese sind leicht an violetten bzw. bläulichen Spuren an Fleisch-Ködern und im Schnee zu erkennen. Rufen Sie die Hotline 0676/444 66 12 an. Ein Spezialist wird sofort alle notwendigen Maßnahmen einleiten. Infofolder kostenlos anzufordern beim WWF (488 17- 214).Infofolder kostenlos anzufordern beim WWF (488 17-214).

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