Verzetnitsch: "Menschenrechte nicht nur an Gedenktagen achten"

Einhaltung der Menschenrechte ist Voraussetzung für stabile Wirtschaftsentwicklung

Wien (ÖGB). Bei den Verhandlungen für neue Wirtschaftsräume und -möglichkeiten wird den Menschenrechten oft ein zu geringer Stellenwert eingeräumt, kritisiert ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch anlässlich des internationalen Tages der Menschenrechte. Der ÖGB fordert eine Globalisierung mit einem menschlichen Gesicht. Grundlage dafür ist die Einhaltung der Menschenrechte und sozialer Mindestnormen.++++

Wenn sich die Industrienationen genau so eifrig für die Umsetzung und Einhaltung der Menschenrechte einsetzen würden wie für die Abschaffung von Handelsbarrieren, dann würde es auf der Welt viel besser ausschauen, so Verzetnitsch, der auch Präsident des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) ist. Tatsächlich stehen Kinder- und Zwangsarbeit sowie das Verbot und die Unterdrückung von Gewerkschaften in vielen Ländern auf der Tagesordnung - auch in manchen Regionen des europäischen Kontinents. Verzetnitsch weist darauf hin, dass Gewerkschaftsrechte in der Menschenrechtskonvention verankert sind.

Verzetnitsch: "Bei Menschenrechten und sozialen Fragen darf es keinen Rabatt geben", so der ÖGB-Präsident. Freiheit, Demokratie, friedlicher Handel, stabile Wirtschaftsentwicklung und Menschenrechte seien ohne soziale Grundrechte auf die Dauer nicht zu garantieren.

"Wir alle haben die Verantwortung, weltweite Standards für die Menschenrechte zu vertreten", betont Verzetnitsch. "Die Menschenrechte müssen immer wieder aufs Neue verteidigt und oft genug aufs Neue erkämpft werden."

Menschenrechte sind auch Kinderrechte

Menschenrechte zu verwirklichen, heißt für Verzetnitsch auch "Politik für eine kinderfreundliche Welt zu machen". "Den Kindern Menschenrechte zu garantieren, heißt, in die Zukunft zu investieren", betont der ÖGB-Präsident. Wirkungsvolle Kinderrechte sind Grundstein für menschliche und gerechte Generationen.

"Genau vor 40 Jahren - 1959 - wurde die UN-Deklaration für Kinderrechte verabschiedet. Verzetnitsch erinnert daran, dass trotzdem immer noch Kinder gefoltert, misshandelt und getötet werden. Millionen Kinder werden zu billigsten Preisen und unter unvorstellbaren Bedingungen zu Arbeit gezwungen. Das Recht auf Bildung wird ihnen vorenthalten und die Zukunft damit geraubt. Verzetnitsch: "Es ist höchste Zeit, den hehren Worten auch konkrete Taten folgen zu lassen." (ak)

ÖGB, 9. Dezember 1999
Nr. 591

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Tel. 0664/412 50 39Annemarie Kramser

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB