"Kleine Zeitung" Kommentar: "Parteivorstand" (von Hans Winkler)

Ausgabe vom 08.12.1999

Graz (OTS) - Es ist schon frappant, wie schnell angeblich grundsatztreue ÖVP-Landespolitiker ihre Meinung ändern können. So beflissen wie sie nach der Bekanntgabe des Wahlergebnisses für die Oppositionsverpflichtung ihrer Partei gewesen waren, genauso eilfertig schwenkten manche nun wieder um, als ihr Obmann kehrtum machte.

Nur Waltraud Klasnic zeigte ihr Unbehagen an den flinken Wendungen. Es habe doch wohl etwas mit Glaubwürdigkeit zu tun, dass man bei seinen Ankündigungen bleibe, wandte sie ein.

Aber die Sache ist schon entschieden. Wolfgang Schüssel gibt sich zwar bescheiden und legt die Entscheidung über das Abgehen von der Oppositionsaussage ganz in die Hand des Parteivorstands, man
braucht aber nicht damit zu rechnen, am Montag werde etwas Anderes herauskommen als der Obmann "vorgeschlagen" hat.

Da Schüssel eine schwarz-blaue Koalition kaum durchsetzen kann, ist die wirkliche Frage eine andere: Worin soll der Preis bestehen, den die SPÖ zu zahlen hat, da mit die ÖVP wieder mit ins Boot kommt?

Aber bespricht man solche Sachen in einem Gremium, das so groß ist wie ein Parteivorstand?. ****

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