Katz und Maus mit Österreich Kommentar Kärntner Tageszeitung

Ausgabe vom 8.12.1999

Klagenfurt (OTS) - Die "Lockere Aufwärmübung" - wie ÖVP-Chef Wolfgang Schüssel die Sondierungsrunden wenig ernst, allerdings vollen Ernstes definierte - hat Österreich hinter sich gebracht. Und damit einen Schlusspunkt hinter höfliche Unverbindlichkeiten gesetzt. Hinter Unverbindlichkeiten, die exakt das zum Vorschein brachten, was bereits zuvor augenscheinlich feststand: Österreich ist im Patt.

Selbst wenn nun proteststark der Einwand folgen sollte: "Die ÖVP ist doch von ihrem Oppositionseck hervorgekrochen" - so sollte dazu nur milde gelächelt werden. Dass sie nie ernsthaft an den Gang in die Opposition dachte, darüber konnten nicht einmal trotzige Parteibeschlüsse hinwegtäuschen. Loslassen von der Macht? Für die ÖVP undenkbar. Derart undenkbar, dass sich die kleinste der großen Parteien auch nicht scheute, mit der FPÖ zu koalieren. Hauptsache, man nascht am Kuchen der Mächtigen. Noch besser, man erschleicht sich das größte Stück. Und das hieße Kanzleramt. Und das hieße Schwarz-Blau...

Es ist nicht so sehr erstaunlich als vielmehr schauerlich, wie Schüssel & Co. mit der Zukunft Österreichs jonglieren. Wie sie bluffen. Wie sie taktieren. Wie sie jenes Spiel austragen, das an Katz und Maus erinnert. Verantwortungsbewusste Politik? Nicht andeutungsweise auszumachen. Von der SPÖ wird mit erhobenem Zeigefinger listig abverlangt: Flexibilität, Nachsicht, Selbstaufgabe - "sonst macht uns halt die Haider-Partei zum Kanzler..." Der Bürger? Der steht da und ist fassungslos. Fassungslos ob der Taktik: "Gegen Österreich. Und für die eigene Eitelkeit."

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