Neue "KÄRNTNER TAGESZEITUNG" SPÖ Kärnten

Ausgabe 7.12.1999

Klagenfurt (OTS) - Wohin steuert die Kärntner SPÖ? Eine Frage, die wahrscheinlich nicht einmal der liebe Gott beantworten kann. Selbst wenn am 12. Februar ein neuer Parteichef oder eine neue Landesparteiobfrau gewählt wird, ist es zweifelhaft, ob die Fronten aufgelockert werden können. Fronten, die nicht ihren Ursprung in traditionellen Flügelkämpfen haben. Denn es gibt weder einen rechten noch einen linken Kurs im roten Kärntner Lager. Es ist jedermanns ganz persönliche Sache, auf den Ulrichsberg zu pilgern oder Schlögl Beifall zu zollen. Andererseits ist ein Caspar Einem ein gern gesehener Gast in diesem Bundesland. Viel zu häufig werden auch die Worte Reformer und Betonierer strapaziert. Im klassischen Sinn war früher einer ein Betonierer, der den Umweltschutz mit Füßen getreten hatte. Heute stellt sich dieses Problem nicht mehr, weil es keine Großbaustellen gibt. Und Reformer? Seit gut zehn Jahren wird in dieser Partei nicht mehr ernsthaft über Inhalte gesprochen. Das Wort Reform erstreckte sich ausschließlich auf personelle Erneuerungen, sprich "Rübe ab". Ein Unsinn ist es auch, von "Haiderianern" in der SPÖ zu sprechen. Vielmehr stellt sich die Frage, was klüger ist: den FPÖ-Chef ewig - und erfolglos - zu bekämpfen, oder über den Weg der Kompromisse wenigstens Teilerfolge zu erzielen? Wolfsbergs Bürgermeister Seifried sprach von einem Machtkampf zwischen Lobbys in der Partei. Solange sich die Gruppierungen auf die Seite der Schwachen stellen, ist dagegen nichts einzuwenden. Wenn Lobbyismus aber heißt, in die eigene Tasche zu wirtschaften, wird es brenzlig.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Chefredaktion
Tel.: 0463/5866-502
E-Mail: ktzredaktion@apanet.at

Kärntner Tageszeitung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKT/OTS