Lainzer Tunnel: Aushub wird erstmals mit der Bahn abtransportiert

Meidlinger Bezirksvorsteher warnt vor Protesten der Bevölkerung, falls HL-AG bei zukünftigen Tunnelarbeiten LKW-Transport weiter favorisiert

Wien (OTS) - Erstmals kommt heute beim Abtransport von Aushub die Bahn zum Zug. Über 500 Tonnen Erde werden am frühen Nachmittag in Güterwaggons von der Lainzer Tunnel-Baustelle in Hetzendorf abtransportiert. Die umweltfreundliche Transportlösung kam nur auf politischen Druck der Stadt Wien zustande. Die HL-AG hatte ursprünglich die Straßenabfuhr favorisiert. Die südlichen Wiener Bezirke wären von einer LKW-Lawine buchstäblich überrollt worden, welche die Tunnelbauer - wenig einfühlsam - mit geringem Kostenvorteil des LKW-Transports rechtfertigen wollten.

Zumindest die Hetzendorfer können nun aufatmen - und so wird seit heute Vormittag dementsprechend gefeiert. Mit einem Dampflok-Sonderzug fährt man im Stundentakt "Baustelle schauen", der Nikolo verteilt kleine Geschenke an die Kinder. Veranstalter ist übrigens nicht die HL-AG, sondern die eigens für Abfall- und Aushubtransport neu gegründete ÖBB-Tochter ELA Entsorgungslogistik Austria GmbH.

"Trotzdem, von einem Sieg der Vernunft kann nicht endgültig gesprochen werden", meint der Vorsitzende des Wiener Landtagsausschusses für Umwelt und Verkehrskoordination, Heinz Hufnagl (SPÖ), "bis jetzt wurde nur die Schienenabfuhr von 20.000 Tonnen Aushubmaterial beauftragt. Hetzendorf ist das kleinste Baulos des ganzen Tunnelbauwerkes. Insgesamt geht es um über vier Millionen Tonnen Aushub und einige hunderttausend Tonnen Abfall. Die müssen größtenteils auf die Schiene." Hufnagl weiter: "Es kann nicht angehen, daß für die Werbekampagne 'Schiene statt Verkehrslawine' ein dreistelliger Millionenbetrag ausgegeben wird, die Meidlinger, Hietzinger und Hütteldorfer aber in den nächsten fünf Jahren durch 500.000 LKW-Fahrten (Zu- und Abfahrt) unnotwendigerweise belästigt und in der Lebensqualität beeinträchtigt werden." Schützenhilfe bekommt Hufnagl quer durch alle Parteien. Bürgermeister Häupl und Vize Görg zeigten der HL-AG für ihre Lastautopläne bereits die "Gelbe Karte". Sowohl Hufnagl, als auch Meidlings Bezirksvorsteher Herbert Hezucki geben sich kämpferisch: Wenn die HL-AG beim Bau des Lainzer Tunnels die Beeinträchtigung für Menschen und Umwelt nicht so gering wie möglich hält, sprich die LKW-Lawine rollen läßt, wird es zu gemeinsamen Protesten von Bevölkerung und Bezirkspolitik kommen.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Telefon 02625/37 164,
e-mail rusy.info@netway.at
LAg. Heinz Hufnagl, Vorsitzender des
Landtagsausschusses für Umwelt und
Verkehrskoordination,
Telefon 01/711-91-55-683

Roman Rusy Informationsmanagement,

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS