Frauengipfel "Arbeitswelt" im Wiener Rathaus

Brauner: Erster Frauengipfel zeigt Benachteiligungen von Frauen auf

Wien, (OTS) Donnerstag hat die Wiener Frauenstadträtin Mag. Renate Brauner Vertreterinnen der Frauenorganisationen der verschiedenen Fachgewerkschaften aus Wien zu einem ersten Frauengipfel zum Thema "Arbeitswelt" ins Wiener Rathaus geladen. Teilnehmerinnen an dem Frauengipfel "Arbeitswelt" waren neben der ÖGB-Frauenvorsitzenden, Renate Csörgits, auch die Frauenvertreterinnen folgender Gewerkschaften: Metall, Bergbau, Energie (GMBE), Post- und Fernmeldebedienstete (Post), Gemeindebedienstete (GdG), Handel, Transport, Verkehr (HTV) sowie Bau-Holz.

Verantwortung der Wirtschaft für Gleichberechtigung

Im Anschluss an das zweistündige Gespräch, in dessen Mittelpunkt die Situation der Wiener Arbeitnehmerinnen, aber auch derjenigen Frauen, die aus dem Arbeitsprozess ausgeschlossen sind, standen, informierte die Frauenstadträtin VertreterInnen der
Medien über einige Ergebnisse dieses Gipfels: "Besonders ungerecht ist es, dass die gut qualifizierten Frauen nach wie vor nicht annähernd über die gleichen Karrierechancen und Gehaltsentwicklung verfügen wie ihre männlichen Kollegen." Betriebliche Frauenförderung, Pilotprojekte wie Managing E-Quality und Mentoring-Programme bilden daher einen der Schwerpunkte des Wiener Frauenressorts im kommenden Jahr. "Wobei ich klar auf die Verantwortung auch der Wirtschaft für echte Gleichberechtigung verweise," betonte Brauner, "und wir freuen uns darüber, dass wir für unsere Pilotprojekte auch Partner aus der Wirtschaft gewinnen konnten."****

Csörgits: Frauenpolitik ist mehr

Die Frauenvorsitzende des ÖGB, Renate Csörgits, begrüßte die Initiative der Frauenstadträtin und betonte, dass "es eine große inhaltliche Übereinstimmung gibt, vor allem in der Frage, dass Frauenpolitik sich nicht auf Familienpolitik reduzieren lässt, wie sich gerade in der Arbeitsmarktpolitik zeigt." Die Forderung nach gleichen Karrierechancen bei gleicher Qualifikation stellen etwa auch die Spitzengewerkschafterinnen, und mahnen dabei ebenfalls
die Verantwortung der Wirtschaft ein. Ein weiteres gemeinsames
Thema ist die Unterstützung von Mädchen, die sich für männerdominierte Berufe entscheiden. Ebenso wichtig sind die
Sorgen der älteren Frauen mit Problemen auf dem Arbeitsmarkt sowie die Situation der Alleinerzieherinnen. Wiedereinstiegsprogramme
und Frauenstiftungen, wie sie etwa vom Wiener ArbeitnehmerInnen-Förderungsfonds geführt werden, seien dabei eine wichtige Unterstützung. Als weiteres Thema einer gerechten Arbeitswelt brachten die Gewerkschaftsfrauen die Frage der Lohn- und Gehaltsunterschiede ein.

Vielfalt des Wiener Frauenressorts im Bereich Arbeitswelt

Brauner informierte weiter über die geplanten Schwerpunkte
des Frauenressorts der Stadt Wien im Bereich Arbeitsmarkt bzw. Ausbildung für das kommende Jahr: "Wir müssen der Vielfalt der Berufstätigkeit von Frauen in Wien Rechnung tragen," so die Frauenstadträtin, "es geht also darum, sowohl den Frauen zu
helfen, die auf Grund eines niedrigen Qualifikationsniveaus Schwierigkeiten haben, als auch darum jene zu unterstützen, die trotz gleicher Ausbildung nicht die gleichen Gehalts- und Karrieremöglichkeiten vorfinden wie Männer."

Die Schwerpunkte des Frauenressorts für das Jahr 2000 vom Bereich der betrieblichen Frauenförderung (sowohl im Magistrat als auch in der Privatwirtschaft) über die Förderung von Mädchen in männerdominierten Berufen bis hin zu Projekten, die die Situation von Frauen in neuen Ausbildungsformen (Fachhochschulen)
beleuchten.

Ein besonderes Anliegen sind der Frauenstadträtin ebenso wie den Gewerkschafterinnen die älteren langzeitarbeitslosen Frauen sowie die Alleinerzieherinnen, die noch weniger als Frauen in
einer Ehe oder Lebensgemeinschaft auf die Unterstützung des Partners zurückgreifen können.

Brauner: Weitere Frauengipfel folgen

Ein wichtiges Thema der Beratung sei auch die Frage der Gesundheit am Arbeitsplatz gewesen, so Brauner und Csörgits. Dabei gehe es um die Zunahme der psychischen Belastungen ebenso wie um Stress und Mobbing. Zu diesem Thema werde im kommenden Jahr auch eine Enquete stattfinden. Abschließend hielt Frauenstadträtin Brauner fest, dass diesem ersten Treffen weitere Frauengipfel im Rathaus, zum gleichen und zu weiteren Themen, folgen werden. (Schluss) mk

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