"Neue Zeit" Kommentar: "Na endlich" (von Helmut Griess)

Ausgabe vom 2. 12. 1999

Graz (OTS) - Mit "na endlich" kommentierte Alexander Van der
Bellen gestern die Erklärung aus der Präsidentschaftskanzlei, man könne "davon ausgehen", dass der Bundespräsident heute in einer Woche Viktor Klima mit der Regierungsbildung beauftragen werde. Der Grüne Bundessprecher hat damit sicher einer großen Mehrheit der österreichischen Bevölkerung aus dem Herzen gesprochen: Acht Wochen nach den Nationalratswahlen sind es die Österreicherinnen und Österreicher leid, tagtäglich mit Berichten über irgendwelche "Sondierungen" oder=

"Zukunftsgespräche" abgespeist zu werden, ohne dass das Land dem näher käme, was es halt auch braucht: einer Regierung. Ein Regierungsbildungsauftrag bedeutet zwar auch noch lange keine Regierung, rückt aber immerhin die Stunde der Wahrheit ein wenig näher. Umso verblüffender ist es, dass Klestil den längst erwarteten=

Regierungsauftrag nicht schon jetzt erteilt, sondern erst für nächste Woche ankündigt. Es scheint, als wollte er der in ihrem eigenen Taktieren gefangenen VP damit noch eine letzte Chance geben, sich endlich klar zwischen Regierung und Opposition zu entscheiden. Klestils direkte Aufforderung dazu aus der Vorwoche ist bisher unbeantwortet geblieben. Aber vielleicht bewirken die jüngsten Meinungsforschungen, das, was der Bundespräsident nicht geschafft hat: einen Gesinnungswandel in der VP. Nur mehr 24 Prozent sind nicht das, was man sich unter einem "Genesen im Stahlbad der Opposition" vorstellen könnte.

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