Hermann Nitsch erwägt Klage gegen Autor Huellebecq

Im umstrittenen Bestseller "Elementarteilchen" mit Otto Mühl verwechselt und als Kinderschänder tituliert

Wien (OTS) - Hermann Nitsch erwägt eine Klage gegen den französischen Autor Michel Huellebecq und seinen umstrittenen Besteller "Elementarteilchen". Das gibt der österreichische Aktionskünstler in der morgen erscheinenden Ausgabe des Wochenmagazins News bekannt. Nitsch hat die Causa seinem Anwalt zur Prüfung übergeben. "Wenn er mir dazu rät, würde ich das versuchen." Nitsch weiter: "Die politischen Umstände sind derart, daß ich praktisch täglich verleumdet werde."

Anlaß der Causa ist eine Verwechslung, Huellebecq geißelt in seinem gleichermaßen bewunderten wie als faschistisch abgelehnten Zivilisationsthriller die Bewegung des Jahres 1968 als Wurzel aller heutigen Übel. Eine besondere Schimpfkanonade des Helden Bruno gilt den Wiener Aktionisten, insbesondere Nitsch. Zitat: "Tatsächlich saß Hermann Nitsch zur Zeit in einem österreichischen Gefängnis seine Strafe für die Vergewaltigung Minderjähriger ab. Dieser Mann war schon über sechzig und man konnte hoffen, daß er bald sterben würde."

Der Delinquent war allerdings Otto Mühl. Nach Auskunft des Wiener Rechtsanwalts Gabriel Lansky könnte eine Klage Nitschs nach österreichischem Recht drastische Folgen nach sich ziehen: "Der Fehler mit dem Kinderschänder ist so gravierend, daß sogar eine Beschlagnahme möglich ist." Geklagt werden könne auf üble Nachrede, Kreditschädigung und Ehrenbeleidigung. Sollte der Marktwert von Nitschs Bildern nachweislich unter der Causa leiden, wäre, so Lansky, eine Schadenersatzklage in Millionenhöhe erfolgversprechend.

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