BUCH.PREIS.99 für Elfriede Kerns "Kopfstücke" Reflexion der Probleme der Zeit auf höchstem Niveau

Linz (AKO) Arbeiterkammer Oberösterreich und Linzer VeranstaltungsgesmbH (LIVA) haben heuer erstmals den
Literaturpreis BUCH.PREIS.99 ausgeschrieben. Der Preis ist mit 10.000 Euro (137.000 Schilling) dotiert. Die Jury sprach in ihrer gestrigen Sitzung Elfriede Kerns Roman "Kopfstücke" den Preis zu.

Die Jury bestand aus dem Universitätsprofessor Reinhard Kannonier, der Kulturpublizistin Silvana Schiller, dem Universitätsprofessor Walter Wippersberg, der Literaturwissenschafterin Christiane Zintzen und dem
Schriftsteller Bernhard Hatmannsdorfer.

Sie führten in ihrer Urteilsbegründung unter anderem aus:
"Elfriede Kerns Figuren sind durchwegs Außenseiter an der Peripherie unserer Gesellschaft. Sie nimmt sich ihrer Probleme auf vielschichtige Weise an, ohne ihre Figuren vorzuführen oder gar zu denunzieren. Sie schildert auf qualitativ höchstem Niveau die Leiden des Subjekts in der Vereinzelung und Isolation und schafft damit eine hochkomplexe Reflexion der gesellschaftlichen Probleme der Gegenwart.

Elfriede Kern wiegt die Leser/-innen in der Sicherheit der ländlichen Scheinidylle, um sie mit immer neuen, unerwarteten Wendungen mit den Derbheiten und Abgründen der menschlichen Existenz zu konfrontieren. "Kopfstücke" ist ein Roman, der nicht nur für die ländlichen Zusammenhänge Gültigkeit hat, das ländliche Soziotop steht stellvertretend für eine zunehmend brutalere Gesellschaft, in der Menschen und ihre Eigenheiten verkäufliche Waren sind. Hervorzuheben ist Elfriede Kerns unverwechselbare Sprache, mit der sie zu einem originären Stil gefunden hat. Es ist ihr gelungen, die konsequent aufgebaute Spannung bis zur letzten Seite durchzuziehen."

Der Roman "Kopfstücke" hat ein nicht behandeltes Loch im Kopf der Protagonistin zum Thema. Dieses Loch im Kopf übt eine absurde Faszination auf die Umgebung der Ich-Erzählerin aus, die Kern in einer grotesken Jahrmarktsatmosphäre bloßlegt. Vorgeführt wird der gnaden- und mitleidslose Voyeurismus unserer Zeit.

Elfriede Kern wurde 1950 in Bruck an der Mur geboren und lebt derzeit in Linz. Sie arbeitete als Bibliothekarin in der Österreichischen Nationalbibliothek, seit 1988 ist sie freischaffende Schriftstellerin. Die wichtigsten Werke sind der Erzählband "Geständert.", der Roman "Etüde für Adele und einen Hund". Elfriede Kern wurde mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen gewürdigt. Unter anderem mit dem Dramatikerstipendium des Bundesministeriums für Unterricht und Kunst 1992, dem Max von der Grün-Preis von Arbeiterkammer OÖ und Stadt Linz 1995 und 1997/98 mit dem Staatsstipendium für Literatur des Bundeskanzleramtes.

In die engere Juryauswahl des BUCH.PREIS.99 kamen auch die
Werke "Giordanos Auftrag" von Erwin Rieß, "Eine Handbreit über dem Knie" von Christine Werner, "Wanda wartet. Ein Triptychon" von
Karin Ivancsics sowie "Der Mann, der ins Gefrierfach wollte" von Karl Markus Gauß.

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