"Kleine Zeitung" Kommentar: "Postenschacher" (von Erwin Zankel)

Ausgabe vom 30.11.1999

Graz (OTS) - Anlässlich des Nationalfeiertages sprachen die
Spitzen der Republik nicht nur feierliche, sondern auch selbstkritische Worte. Man werde, gelobten die rot-schwarzen Koalitionspartner, mit dem Postenschacher und Proporz endgültig Schluss machen.

"Hier ist eine Therapie dringend notwendig!" erkannte der ÖVP-Obmann. Und die SPÖ kündigte an, "die Fenster aufzumachen und Frischluft in die muffig gewordenen Räume zu lassen".

Schöne Worte, doch wie schaut die Praxis aus? Zunächst kündigte Staatssekretär Wolfgang Ruttenstorfer sein Ausscheiden aus der Politik an, weil er Generaldirektor der OMV werden will. Dann wurde für den zurückgetretenen Kapfenberger Bürgermeister Klaus Prieschl ein Posten in den Stadtwerken erfunden, den er erst nach einem Aufschrei des Protestes sausen ließ.

Jetzt will der Salzburger Landeshauptmannstellvertreter Arno Gasteiger auf den Vorstandssessel des Landesenergieversorgers Safe wechseln und hat als Aufsichtsrats vorsitzender gleich die Ausschreibung für sich maßgeschneidert.

Unverschämter geht es nicht. Die Postenschacherer in den Proporzparteien haben noch immer nichts verstanden. ****

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