Blochberger: Gemeinsame Strategien gegen Milchüberschuß

"Ein völlig unwürdiges Spiel der Handelsketten"

St.Pölten (NLK) - "Der Kampf kann so nicht weitergeführt werden, denn da macht man den Bauern zum Verlierer." Derart hart griff heute Landesrat Franz Blochberger die Verkaufspolitik der großen Handelsketten an, die derzeit an einem Tiefstpreis der Milch festhalten. "Ein völlig unwürdiges Spiel der Handelsketten", meinte Blochberger, "die Milchbauern sind an einer Grenze angelangt." Nur eine gemeinsame Marktstrategie der Milchbauern bzw. ihrer Vertreter könne hier Abhilfe schaffen. Er richte die Aufforderung an alle Verantwortlichen, dieses System zu beenden. In Niederösterreich habe man die Strukturbereinigung jedenfalls schon geleistet.

Solange das Problem eines Milch-Überschusses nicht gelöst sei, würden die Handelsketten die Preise immer wieder unterbieten, spielte Blochberger auf die fragwürdige Techniken der großen Handelsketten an. Wichtig wären gemeinsame Marktstrategien über die Grenzen der Bundesländer hinweg, ein gemeinsames Ein- und Verkaufssystem in Österreich sei gefragt. Die Leidtragenden sind jedenfalls die Bauern. Diese hätten aber auch Möglichkeiten à la Frankreich, machte Blochberger aufmerksam.

In Niederösterreich werden im Monat 44.661 Tonnen Milch von 12.563 Lieferanten an vier Molkereien geliefert. Die NÖM habe mit 28.306 Tonnen den Hauptanteil, gefolgt von Bergland mit 14.300 Tonnen. Dagegen sind Waidhofen mit 2.036 Tonnen und Harbach mit 58,5 Tonnen nur Zu-Lieferanten. 1998 wurden von den niederösterreichischen Milcherzeugern 512.856 Tonnen Kuhmilch an die Molkereien angeliefert, das sind um 1,8 Prozent mehr als 1997. Der Anteil der Milchlieferleistung Niederösterreichs in Österreich lag 1998 bei 21 Prozent. Obwohl das Land Niederösterreich 60,5 Millionen Schilling für die Qualitätssicherung der Milch bezahle, gelinge es nicht, die Situation zu entspannen, da der Auszahlungspreis für die Lieferanten, also die Bauern, zwischen Enns und Leitha nur 4,50 bis 4,55 Schilling pro Liter (!) betrage. Auch der Ab-Hof-Preis liege in Niederösterreich um 16 bis 23 Groschen pro Liter immer unter dem österreichischen Durchschnitt.

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