Baugewerbe unterstützt Vorstoß der Immobilienwirtschaft

Lahofer: "Steuerliche Anreize könnten Tausende Arbeitsplätze in der Sanierung schaffen"

PWK - Das Baugewerbe unterstützt den Vorstoß der Immobilienwirtschaft, steuerliche Anreize zu schaffen, um das Auslaufen der Mietzinsreserve zu kompensieren. "Gerade im Bereich Sanierung und Revitalisierung können in den nächsten Jahren 20.000 neue Arbeitsplätze entstehen, wenn wir alle steuerlichen Spielräume nützen und neue Anreize schaffen. Das haben wir bereits im Leitbild der Baumeister als Ziel definiert", erklärte Johannes Lahofer, Bundesinnungsmeister der Baugewerbe. Die Immobilien- und Vermögentreuhänder haben heute bei einer Pressekonferenz unter anderem die steuerliche Sofortabsetzung von Instandsetzungs- und Verbesserungsarbeiten, die Einführung eines steuerfreien Betrages für die Erhaltung von Objekten sowie einen ermäßigten Umsatzsteuersatz für Sanierungsmaßnahmen gefordert. ****

Angesichts des rückläufigen Wohnbaus, sinkender Preise und einer rekordverdächtigen Entwicklung bei den Insolvenzen und den Arbeitslosen bauen immer mehr Baumeister auf Sanierung und Revitalisierung als Kerngeschäft. Über 1,5 Millionen Wohneinheiten, die zwischen 1945 und 1980 errichtet wurden, müssen in den nächsten Jahren gründlich saniert werden. Nicht nur bautechnisch, sondern auch durch thermische Sanierung und Verbesserung der Energieeffizienz. Das geschätzte Investitionsvolumen beläuft sich auf 250 Mrd Schilling in den nächsten 20 Jahren. Das sind 12,5 Mrd Schilling pro Jahr. Da ein

erheblicher Teil der Arbeiten auch im Winter ausgeführt werden kann,

könnte der Anteil der ganzjährig Beschäftigten Arbeitnehmer erheblich

gesteigert werden. Laut Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) sichert eine Milliarde Schilling 2.500 Jobs in der Althaussanierung.

Für das Jahr 1999 erwartet das WIFO einen realen Zuwachs von mageren +1,3 % in der Bauwirtschaft. Die Forschungsgesellschaft für Wohnen, Bauen und Planen (FGW) rechnet sogar mit einem nominellen Wachstum von höchstens 0,5%. Mangels Aufträgen droht dem Baugewerbe eine Rekordarbeitslosigkeit im kommenden Winter. In den ersten 9 Monaten waren im Baugewerbe im Durchschnitt knapp 70.000 Arbeiter beschäftigt. Das entspricht einem Rückgang von fast 6%. Noch dramatischer ist die Entwicklung bei den Insolvenzen. 719 Insolvenzfälle in neun Monaten im Bauhaupt- und Baunebengewerbe bedeuten ein Plus von 17,3 %. Angesichts der schlechten Auftragslage im Hoch- und Tiefbau (Minus 5 %) rechnen die Baumeister für 1999 mit einem realen Rückgang der Produktion.
(Schluß) MH

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