3. Internationales Theodor-Herzl-Symposion

"Shalom - Friede" vom 13. bis 15. März 2000 im Rathaus

Wien, (OTS) Von 13. bis 15. März 2000 findet im Wiener
Rathaus das 3. Internationale Theodor-Herzl-Symposion statt. Es trägt den Titel "Shalom - Friede" und soll Wege aufzeigen und Diskussionen darüber bringen, in welchen Bahnen der begonnene Friedensprozess im Nahen Osten verlaufen sollte. Auf Grund der aktuellen Situation wird auch ein Problem thematisiert, dass sich mit der verstärkten Intoleranz gegen das Fremde und Andere in Österreich auseinander setzt. Das Symposion ist eines von drei Großereignissen, dass 62 Jahre nach dem Einmarsch der Nazis in Österreich und der damit verbundenen fast völligen Auslöschung der Jüdischen Gemeinde Wiens stattfindet: Auch die Europäische Rabbinerkonferenz wird in Wien tagen, und das Jüdischen Museum
Wien feiert sein 10-jähriges Jubiläum. Über Details wurde am Montag in einem Pressegespräch informiert, an dem Altbürgermeister Dr. Helmut Zilk, Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, der Direktor
des Jüdischen Museums Wien, Dr. Albrecht-Weinberger und der Organisator der Veranstaltung Prof. Peter Weiser teilnahmen.****

Wie Dr. Zilk ausführte, habe er sich in seiner Tätigkeit als Unterrichtsminister und als Wiener Bürgermeister stets bemüht, Kontakte mit israelischen Politikern herzustellen und sein
Augenmerk auf die Anliegen der Jüdischen Mitbürger zu richten. Er erinnerte daran, dass er den Grundstein zum Jüdischen Gymnasium gelegt hatte und durch seine Freundschaft mit seinem Jerusalemer Amtskollegen Teddy Kollek vieles möglich geworden sei, dass man sich noch einige Jahre davor nicht hätte vorstellen können. Weiters hatte Zilk 1996 aus Anlass des 100. Jahrestages des Erscheinens von Theodor Herzls Schrift "Der Judenstaat" das erste Theodor-Herzl-Symposion initiiert. Wie er informierte,
dokumentiere sich die politische Bedeutung dieser Veranstaltung
auch dadurch, dass sowohl Bundespräsident Dr. Thomas Klestil als auch Bürgermeister Dr. Michael Häupl den Ehrenschutz übernommen hätten.

Oberrabbiner Eisenberg sieht in der Rabbinerkonferenz eine besondere Würdigung der Bemühungen der Stadt Wien und Österreichs, den Wünschen und Projekten der Jüdischen Gemeinde große Bedeutung zuzumessen. 120 bis 150 Rabbiner aus aller Welt werden in Wien erwartet.

Dr. Albrecht-Weinberger berichtete, dass in den ersten 10 Jahren des neuen Jüdischen Museums - schon von 1895 bis 1938 hatte eines in Wien existiert, dass durch die nationalsozialistischen Machthaber zerstört worden ist - mehr als 60 Ausstellungen stattgefunden haben und über eine halbe Million Menschen begrüßt werden konnten. Zum Dezennium wird es eine Reihe von Aktivitäten geben.

Das Programm im Detail wurde von Prof. Weiser vorgestellt.

o 13. März 2000: Die Situation in Österreich

Begrüßungen durch Altbürgermeister Dr. Helmut Zilk, Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Botschafter Nathan Meron. Eröffnung durch Bundespräsident Dr. Thomas Klestil.
Vizekanzler a.D. Dr. Hannes Androsch hält ein Grundsatzreferat zum Thema "Der Stand der Dinge". Anschließend Streitgespräche "Insel der Seligen - Insel der Unseligen" und "Die
Mitschuldigen". Die Moderation haben Vizekanzler a.D. Dr.
Erhard Busek und Bundesminister a.D. Dr. Rudolf Scholten

o 14. März 2000: Der Friedensprozess im Nahen Osten

Key Note: Ari Rath, ehemaliger Chefredakteur der "Jerusalem
Post", Vortrag "Der Stand der Friedensverhandlungen" mit
Prof. Itamar Rabinovich, Präsident der Universität Tel Aviv und ehemaliger israelischer Botschafter in den USA. Paneldiskussion unter der Moderation von Lord George Weidenfeld über
"Mögliche Friedensstrategien im Nahen Osten". Vortrag "Ein historischer Kompromiss" mit Shlomo Lahat, ehemaliger Bürgermeister von Tel Aviv. Streitgespräch "So ist es. Ist es so?" mit zwei Abgeordneten der Knesset, Moderation
Bundesminister a.D. Dr. Peter Jankowitsch.

o 15. März 2000: Religion und Frieden

Vortrag von Kardinal Dr. Franz König zum Thema "Religion und Menschenwürde". Paneldiskussion "Religion und Politik" mit Dr. Michel Friedmann (Hessischer Rundfunk). Vortrag "Religion und Frieden" mit dem französischen Oberrabbiner Sirat. Paneldiskussion "Die Rolle der Jugend im Friedensprozess" mit
Dr. Kurt Scholz, Präsident des Wiener Stadtschulrates. Nach
einem Schlussvortrag, als möglicher Redner wird mit dem früheren Ministerpräsidenten Shimon Peres verhandelt, halten Botschafter a.D. Asher Ben-Natan, Prof. Ruth Krüger und Altbürgermeister
Dr. Helmut Zilk die Schlussworte.
(Schluss) ull/vo

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