BMAGS: Gesundheitsexperten beraten "Qualität im Krankenhaus"

Vollversammlung des Projektes "Qualität im Krankenhaus" tagt in Innsbruck

Wien (OTS) - Elf österreichische Krankenhäuser haben sich unter der Federführung des Gesundheitsministeriums zum Projekt "Qualität im Krankenhaus" zusammengeschlossen. Bis Ende 2000 wollen die Krankenanstalten auf Basis von Modellprojekten die Qualität und Effizienz beim Aufnahme- und Entlassungsmanagement, bei der internen Krankenhausorganisation und im OP-Bereich verbessern. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Schaffung einer patientenorientierten Stationsorganisation. Bei der Vollversammlung der Teilnehmer des Projekts "Qualität im Krankenhaus", die heute im Landeskrankenhaus in Innsbruck tagt, wird eine Zwischenbilanz über die bisherigen Erfahrungen gezogen.****

Das Projekt "Qualität im Krankenhaus" wird gemeinsam von Bund, Ländern, Sozialversicherung und Ordensspitälern durchgeführt. Die wissenschaftliche Begleitung des Projektes erfolgt durch das Ludwig Boltzmann-Institut für Medizin- und Gesundheitssoziologie unter Leitung von Univ. Prof. Dr. Jürgen Pelikan. Mittels Einsatz modernster Methoden der Organisationsentwicklung wird versucht, qualitätssteigernde Veränderungen im täglichen Spitals-Routinebetrieb umzusetzen.

Die Modellkrankenhäuser erarbeiten zur Zeit gemeinsam Maßnahmen, die eine stärkere Patientenorientierung zum Ziel haben, eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Krankenhausmitarbeiter bedeuten und dazu führen, dass finanzielle Mittel noch effektiver eingesetzt werden.

Nach einer ersten Phase der Problemanalyse des Krankenhausbetriebs, wird jetzt bereits intensiv an Optimierungen gearbeitet.

Bessere Vernetzung der ambulanten und stationären Betreuung

Im Bereich des Modellprojekts Aufnahme- und Entlassungsmanagements wird eine bessere Vernetzung der ambulanten und stationären Versorgung angestrebt. Durch die Entwicklung von optimalen Standardabläufen für die Aufnahme und Entlassung wird für die Patienten ein lückenloser und gut abgestimmter Übergang von der Vorbetreuung bis zur Nachbetreuung erreicht, sowie Wartezeiten reduziert und Doppeluntersuchungen vermieden.

Dies soll vor allem durch gezielte und rechtzeitige Information der Patienten, ihrer Angehörigen und der jeweils nachbehandelnden Stellen (Mitgabe von Befunden bei der Aufnahme, Arztbrief, Pflegetransfer), sowie durch eine verbesserte Koordination zwischen vor- und nachbetreuenden Berufsgruppen und den Abteilungen im Krankenhaus erfolgen. Neben der Erhöhung des Gesundheitsgewinnes für die Patienten wird dadurch auch eine Steigerung der Kosteneffizienz durch einen zielgerichteteren Mitteleinsatz erreicht.

Die geplanten Vorhaben in diesem Bereich werden von den niedergelassenen Ärzten und den Hauskrankenpflegediensten sehr positiv aufgenommen.

Bessere Information und Aufklärung für Patienten

Das Modellprojekt "Patientenorientierte Stationsorganisation" widmet sich im besonderen dem eigentlichen Spitalsaufenthalt – dem "Stationsleben" der Patienten. Die verstärkte Information zu Beginn des Stationären Aufenthaltes und medizinische Aufklärung zu Art, Ursache und Verlauf der Krankheit stehen ebenso im Zentrum der Verbesserungsbemühungen, wie die verstärkte Einbindung der Patienten in die medizinischen und pflegerischen Entscheidungen in der Behandlung ihrer Erkrankung. Auch die Kooperation zwischen den einzelnen Abteilungen eines Krankenhauses wird evaluiert.

Qualitätsindex für Operationssäle

Gemäß den vier Grundzielen des Projekts PatientInnen- und MitarbeiterInnenorientierung, Gesundheitsgewinn und Kosteneffizienz, ist die Zielformulierung dieses Modellprojekts eine Verbesserung in der OP-Organisation.

Die Optimierung der OP-Programmplanung soll zu einer verbesserten Kooperation aller Beteiligten führen. Durch die bessere Planbarkeit der Arbeitsabläufe wird für die Patienten die Reduktion von Wartezeiten und kurzfristigen Verschiebungen erreicht. Ausserdem können Komplikationsraten und die Verweildauer gesenkt werden. Nicht zuletzt werden - vor allem in Kombination mit vermehrter Information - Unsicherheiten und Ängste der Patienten verringert. Gut abgestimmte Arbeitsabläufe und die Erhöhung der Auslastung der OP's führen auch zu einer Steigerung der Kosteneffizienz.

Als ein Instrument zur OP-Beurteilung soll ein "Qualitätsindex" dienen, der die für die Qualität der OP-Organisation maßgeblichen Parameter aus den verschiedenen Teilbereichen verbindet und eine Vergleichbarkeit zwischen den Krankenhäusern ermöglicht.

Bessere krankenhausinterne Kooperation

Die Qualität der Gesamtleistung eines Krankenhauses wird immer stärker durch die Qualität der Zusammenarbeit der sogenannten "internen Kunden" bestimmt. Gerade in der Zusammenarbeit zwischen bettenführenden Abteilungen und internen Dienstleistern wie Labor-und Röntgenabteilungen, treten häufig Kommunikations- und Kooperationsprobleme auf. Ziel dieses Modellprojekts ist die bessere Integration der spezialisierten Teilprozesse zu einem reibungslosen Gesamtablauf. Damit erhöht sich die Qualität der Patientenbetreuung durch kürzere Wartezeiten, eine kürzere Aufenthaltsdauer und durch Vermeidung von unnötigen Befundungen.

Das Projekt "Qualität im Krankenhaus" ist Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets, mit dem Gesundheitsministerin Lore Hostasch die Qualität im österreichischen Gesundheitswesen weiter steigern will. Die Qualitätsaspekte nehmen auch auf europäischer Ebene einen immer größeren Stellenwert ein. Gesundheitsministerin Lore Hostasch wird auch in Zukunft verstärktes Augenmerk auf den Qualitätsaspekt im Gesundheitsbereich legen.

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