Innenministerium spekulierte nach Tod des Schubhäftlings mit Überdosis Drogen

Chefmediziner Mörz: "Omofuma hätte fluguntauglich geschrieben werden müssen."

Wien (OTS) - Nach dem Tod von Marcus Omofuma wurde im Innenministerium nicht ausgeschlossen, daß der Schubhäftling auch an einer Überdosis Drogen verstorben sein könnte. Wie das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe berichtet, geht dies aus dem französischen Originalschreibens des Chefarztes des Innenministeriums, Reinhard Mörz, an den bulgarischen Gerichtsmediziner Stojcho Radanov hervor. In der bis dato unbekannten Passage des Schreibens von Mörz heißt es: "Die dritte Frage für mich ist, ob Omofuma illegale Drogen genommen hat. Diese Frage wird von uns deshalb gestellt, da die meisten illegalen nigerianischen Leute in unserem Land involviert sind im Verkauf illegaler Drogen. Sollten illegale Drogen nachweisbar sein, ist für uns auch die Beantwortung der Frage, ob aus ihrer Sicht ein Zusammenhang mit dem Tod bestehen kann, von wesentlicher Bedeutung." Chefmediziner Mörz gibt gegenüber FORMAT zu, daß die Frage nach einer Überdosis zum damaligen Zeitpunkt nicht gerade auf der Hand lag: "Ich bin aber kurz vor dem Vorfall von einem Schubhaftbetreuer darauf aufmerksam gemacht worden, daß es im Polizeigefangenenhaus Wien Drogen gibt. Wenn Omofuma welche genommen hätte, dann hätte das auch eine Mittodesursache sein können. So wie eine verstopfte Nase bei einer Knebelung." Mörz betont, daß Omofuma seiner Ansicht nach aufgrund seines Gesundheitszustandes zum damaligen Zeitpunkt überhaupt nicht flugtauglich war: "Der ärztliche Dienst war von der Abschiebung nicht informiert. Wir hätten ihn sonst fluguntauglich geschrieben."

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