"Neue Zeit" Kommentar: "Klare Interessen" (von Helmut Griess)

Ausgabe vom 27. 11. 1999

Graz (OTS) - Eines haben die Personalvertretungswahlen der Beamten gezeigt: Auch in Zeiten der massiven Entsolidarisierung wird zumindest in "geschlossenen Gesellschaften" - und eine solche sind die Beamten - klare Interessensvertretung immer noch belohnt. Da mag in der Öffentlichkeit noch so viel Kritik an den Beamten geübt werden, da mögen ihnen noch so viele Privilegien vorgeworfen werden:
Beamtenchef Fritz Neugebauer stellt sich wie alle seine Vorgänger mannhaft vor die Seinen und kann sogar "in Zeiten wie diesen" die absolute ÖAAB-Mehrheit sogar noch leicht ausbauen.

Ein wenig Schützenhilfe hat ihm wohl auch die Bundesregierung geleistet, die in der heißen Wahlkampfphase den Beamten, die selbst 2,6 Prozent Gehaltserhöhung forderten, nur 0,6 Prozent bot und Neugebauer damit Gelegenheit für eine Streikdrohung gab. Erfreulich ist, dass die FP-nahe AUF ausgerechnet in ihrer bisherigen Domäne, der Exekutive, überdurchschnittlich verlor. Innenminister Karl Schlögl ist die Freude darüber zu gönnen. Dass die AUF ihre Niederlage auf den "Schlögl-Bonus" zurückführte, sollte er freilichzurückweisen: Dahinter verbirgt sich die Unterstellung, die Exekutiv-Beamten hätten weniger AUF und mehr FSG gewählt, weil ihr Dienstherr durch seine Politik der AUF den Wind aus den Segeln genommen hätte. Das könnte für eine Personalvertretungswahl von Vorteil sein, als politische Linie wäre es das absolut falsche Signal an die Exekutive.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Neue Zeit, 0316/28-08/306

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NZI/OTS