Politik der Verweigerung wird abgelehnt

ÖGB fordert konstruktive Politik für ArbeitnehmerInnen

Wien (ÖGB). ”Das Maßnahmenpaket der Wirtschaft bedeutet einen massiven Sozialabbau zu Lasten der ArbeitnehmerInnen und wird daher von Seiten des ÖGB abgelehnt”, betonte der Leitende Sekretär des ÖGB Richard Leutner heute. Es gebe keinen Grund, die Wirtschaft krank zu jammern. ++++

Immer wieder werden von Seiten der Wirtschaft die angeblich hohen Arbeits- und vor allem Lohnnebenkosten als Argument dafür angeführt, um einen Sozialabbau zu argumentieren. Leutner: "Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Die Lohnstückkosten in der verarbeitenden Industrie sanken in den vergangenen zehn Jahren deutlich - ein Beweis für die Exporterfolge österreichischer Unternehmen. Darüber hinaus sind Eigenkapital und Gewinne der Unternehmen massiv gestiegen und die Unternehmensbesteuerung in Österreich ist im internationalen Vergleich mehr als mäßig.”

Leutner betonte weiter, dass die Vorschläge des ÖGB zur Angleichung der Rechte von Arbeitern an jene von Angestellten zu keiner Belastung sondern im Gegenteil, sogar zu einer Entlastung der Wirtschaft geführt hätten: So hätte der Mehraufwand der Arbeitgeber für die Entgeltfortzahlung bei Krankheit und bei sonstigen wichtigen Verhinderungsgründen rund 1,7 Milliarden pro Jahr betragen. Durch Änderungen beim Nachtschwerarbeitsgesetz hätten sich Arbeitgeber jedoch 180 Millionen S erspart, bei einer in Aussicht genommenen Beitragssenkung für den Insolvenzfonds hätte es - je nach Ausmaß -bis zu zwei Milliarden Ersparung für Unternehmen gegeben. Die Beseitigung arbeitsrechtlicher Nachteile für Arbeiter wäre somit Hand in Hand mit einer deutlichen Entlastung der Wirtschaft gegangen, so Leutner.

Ein definitives ”Nein” kommt von Leutner auch zur neuerlich geforderten Urlaubsaliquotierung Maderthaners. Leutner: ”Die Urlaubsaliquotierung führt bekanntermaßen zu einer Verschlechterung für ArbeitnehmerInnen. Gleichzeitig hätten Unternehmer dadurch - auf Kosten der ArbeitnehmerInnen - finanzielle Einsparungen von mehr als vier Milliarden Schilling erzielt.” Diesen Abtausch zu Gunsten der Wirtschaft werde es mit Sicherheit nicht geben. (bfm)

ÖGB, 26. November 1999 Nr. 573

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Birgit Flenreiss-Mäder
Tel. (01) 534 44/480 Dw.
Fax.: (01) 533 52 93ÖGB Presse und Öffentlichkeitsarbeit

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB