Stummvoll antwortet Kammerkritikern: Sind kein Konzern

Benchmarking-Vergleiche ein "Vergleich Äpfel mit Birnen" - "Kritiker sollen sagen, auf welche Leistungen sie verzichten"

PWK - Kritisch mit den Kammerkritikern setzte sich Wirtschaftskammer-Generalsekretär Dr. Günter Stummvoll in seiner Rede auseinander. Eine Reformgruppe, die derzeit das Land bereist, stelle die Forderung auf, die Wirtschaftskammer wie einen Konzern zu führen. "Wir sind aber kein Konzern, sondern ein Selbstverwaltungskörper mit föderalistischen und demokratischen Grundlagen, der vier wesentliche Aufgaben erfüllt: politische Interessensvertretung, Arbeitgeber- und Servicefunktion sowie Wirtschafts- und Exportförderung. Das ist ein wesentlicher Unterschied, den man nicht so einfach übersehen kann", hielt Stummvoll den in jüngster Zeit massiv auftretenden Kritikern entgegen. ****

Kein einziger europäischer Verband erfülle all die genannten Funktionen, wie dies die österreichischische Kammerorganisation tut, betonte Generalsekretär Stummvoll: "Die Kritiker sollen ehrlich sein und sagen, auf welche dieser Funktion sie gerne verzichten wollen!" Die von den Kritikern gebrachten internationalen Kostenvergleiche sind in Wirklichkeit nichts anderes als ein Vergleich Äpfel mit Birnen. "Wir dürfen uns in diesen entscheidenden Fragen keinen Sand in die Augen streuen lassen. Entscheidend ist immer noch die Stärke, mit der wir auftreten können". In Frankreich etwa, wo es keine ähnlich starke Interessensvertretung der Wirtschaft wie in Österreich gibt, mussten die Unternehmer die problematische Einführung der 35-Stunden-Woche hinnehmen. Die hohen Kosten dafür würden allerdings in keinem der vorgelegten "Benchmarking"-Szenarien aufscheinen.

Wie überall im wirtschaftlichen Leben, sei auch im Bereich der Interessensvertretung letztlich nicht der Billigst-, sondern der Bestbieter gefragt.

Die von den Kammerkritikern eingebrachten Vorschläge hingegen würden, so Stummvoll weiter, "schnurgerade zur Zerstörung der Kammerorganisation führen". Die ganze Kraft der Wirtschaft sei viel besser dort einzusetzen, wo die Politik beeinflusst werden kann, um akzeptable Rahmenbedingungen für die Betriebe zu schaffen. "Unsere Mitglieder wollen, dass uns die Politik respektiert und anerkennt, das letztlich nur erfolgreiche Unternehmen Arbeitsplätze sichern können".

Solange die Finanzierung aus eigener Kraft erfolgt, sei im übrigen auch nichts dagegen einzuwenden, wenn sich interessierte Unternehmen zu neuen Fachorganisationen im Rahmen der Kammerorganisation zusammenschließen. Quersubventionierungen werde es dafür allerdings keine geben, stellte Stummvoll klar.

Zur aktuellen politischen Lage meinte der Generalsekretär, die Wirtschaftskammer reagiere nicht auf politische Zurufe. Allerdings fordere die Wirtschaft nach wie vor eine stabile Regierung mit einem möglichst breiten Konsens in Sachfragen, eine politische Verfahrensbeschleunigung ("die politischen Entscheidungen brauchen immer länger") sowie neue Freiheiten für die Betriebe. In dieser Frage habe nämlich zu Lasten der Wirtschaft ein schleichender Prozess eingesetzt, wonach alles verboten ist, was nicht ausdrücklich erlaubt ist (z.B. ArbeitnehmerschutzG).

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