Apothekertagung beschäftigt sich mit Aspekten der Geriatrie 3 Geriatrie muß in Österreich höheren Stellenwert bekommen

Wien (OTS) - Die Geriatrie braucht in Österreich einen besseren Stellenwert in Forschung, Lehre und in der praktischen Tätigkeit. Das forderte der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Geriatrie, Prim. Dr. Franz Böhmer, auf der Zentralen Fortbildungstagung der Österreichischen Apothekerkammer. Immer mehr alte Menschen und neue wissenschaftliche Erkenntnisse über Krankheiten im Alter machen das notwendig. Schon heute sind, so wurde auf der Tagung berichtet, 20% der Gesamtbevölkerung in Österreich über 60 Jahre und dieser Anteil wächst weiter. Welche Auswirkungen das hat, zeigt eine weiter Zahl: Obwohl sie in der Gesamtbevölkerung nur 20% ausmachen, verbrauchen die über 60-jährigen rund 50% aller Arzneimittel.

Aus Sicht Böhmers wurde die Entwicklung der Geriatrie in Österreich durch 3 Faktoren beeinflusst bzw. behindert:

oDurch unzureichende bzw. mangelnde Integration in das
Akutsystem des Krankenhauswesens.

oDurch fehlende Anerkennung bzw. nicht Honorierung der
Leistung vor allem in Langzeitinstitutionen. Diese Leistungen haben im Finanzierungssystem des Gesundheitswesens bisher keinen Stellenwert.

oEin bundesweites, verbindliches Konzept der geriatrischen Versorgung hat bisher gefehlt.

Böhmer fordert auch eine eigene Facharztausbildung bzw. einen Additivfacharzt für Geriatrie, wie es ihn schon in etlichen Ländern Europas gibt. Bereits 1982 hat die WHO ein Modell für eine Ärzteausbildung auf dem Gebiet der Geriatrie erstellt.

Körner: Wechelwirkungen von Medikamenten vermeiden, die Apotheker um Rat fragen

Wie sehr heute Medikamente in der Lage sind, die Lebensqualität im Alter zu sichern, betonte die Vizepräsidentin der ÖAK, Dr. Christiane Körner: "Die Diagnose 'Parkinson' muß heute kein Grund sein, völlig zu verzweifeln. Rechtzeitig diagnostiziert, kann die Pflegebedürftigkeit dank neuer Medikamente bis zu 20 Jahren verzögert werden." Allerdings, so Körner, ist es gerade für alte Menschen nicht immer einfach , mit der Vielzahl an Medikamenten zu recht zu kommen:
"Von mehreren Ärzten - prakt. Arzt, Kardiologe, Urologe, Orthopäde, Neurologe etc - wird dem Patienten vieles Notwendige verordnet. Um Wechselwirkungen der Medikamente zu vermeiden - manche verstärken einander, manche heben die Wirkung des anderen fast auf - stehen die Apotheker mit ihrem Fachwissen gerne zur Verfügung. Sie erklären, wann welches Medikament zu nehmen ist, um Wechselwirkungen zu vermeiden. Denn es gilt, besonders bei der Vielzahl an Medikamenten im Alter: Das richtige Medikament zur richtigen Zeit."

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