Bundesvereinigung Logistik Österreich: Zentrale Anforderungen der Logistik an die Verkehrspolitik einer künftigen Regierung

Wien (OTS) - BVL Österreich wurde vor zehn Jahren gegründet und hat derzeit etwa 120 Mitglieder. Präsident ist von Anfang an Kühne&Nagel-Gen.Dir., KR Prof. Friedrich Macher. In seiner Generalversammlung vom 24.11.1999 formulierte die Bundesvereinigung Logistik Österreich (BVL) die "Zentrale Anforderungen der Logistik an die Verkehrspolitik einer künftigen Regierung".

Anbei das Memorandum - mit voller Unterstützung des Österreichischen Gewerbevereins (ÖGV):

1) Die Logistik benötigt die Stärken und die Kooperationsfähigkeit aller Verkehrsträger. Ein möglichst umfassendes Verkehrsangebot, in dem jeder Verkehrsträger seine arteigene Stärke zur Wirkung bringen kann, ist die Voraussetzung für den Anschluss des Binnenstandortes Österreich an die internationale Wirtschaft.

2) Die freie Wahl des Verkehrsträgers durch den Verkehrsnutzer muß gesichert bleiben. Ein erwünschter Modalsplit der Verkehrsträger darf nicht durch Dirigismus sondern muss durch Entwicklung kundenspezifischer Angebote erreicht werden.

3) Das hehre Prinzip "Kostenwahrheit im Verkehr" darf nicht ideologisiert werden. Viele Grundsatzfragen sind in Wissenschaft und Praxis zur Zeit noch nicht gelöst. Verrechnung "gewillkürter" Belastungen (Internalisierung externer Kosten) an einzelne Verkehrsträger - wie es beim Roadpricing vorgesehen ist - bedarf gesicherter Fakten. Die Installierung elektronischer Systeme, die vorrangig fiskalische Aufgaben erfüllen, lässt die Möglichkeiten moderner Logistik-Informatik (Telematik) außer acht.

4) Das Prinzip "Nachhaltigkeit" ist auch in der Verkehrspolitik umzusetzen. Die zentrale Rolle der Logistik-Informatik bei der Substituierung physischer Prozesse wird zu wenig beachtet. Das ökologisch "sauberste" Verkehrsmittel Binnenschiff (was teilweise auch für die Schiene gilt) wird in seinen Potentialen nicht ausreichend genutzt.

5) Die Verkehrsinfrastruktur stellt neben der Informatik die zentrale Voraussetzung für die Logistiksuprastruktur dar. Eine vorausschauende aktive Gestaltung ist notwendig. Der Anschluß an die Europäischen Verkehrskorridore (TEN/TINA) ist zu sichern. Im Rahmen der jetzigen Arbeitsteilung und im bestehenden Behördenverfahren sind Planung und Realisierung einschlägiger Konzepte nicht darstellbar. 6) Ein neu zu schaffendes "Infrastruktur-Ministerium³ soll sich hinkünftig der Verkehrspolitik annehmen.

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