Regierungsbildung

Neue Kärntner Tageszeitung, Ausgabe vom 26.11.1999

Klagenfurt (OTS) - Wie wahrscheinlich wird Schwarz-Blau? Klar,
noch geht keiner wirklich aus seiner Deckung, aber die Türen von ÖVP und FPÖ sind einen Spaltbreit offen. Die Opposition ist für die Volkspartei nicht mehr das alleinig Vorstellbare und die FPÖ beginnt sich auf ein Leben mit Wolfgang Schüssel als Kanzler einzustellen. Der SPÖ bleibt dabei derzeit nur ein sehr dünn unterfutterter Optimismus. Dass sich die erstgereihte SPÖ einem drittgereihten Kanzler unterordnet, nur um Schwarz-Rot zu retten, ist auszuschließen. Eine Minderheitsregierung wäre auch eine vom Bundespräsidenten nicht gewünschte Ansage von raschen Neuwahlen. Doch kann heute nicht beurteilt werden, für welche Variante des Unerwünschten sich Thomas Klestil letztlich entscheiden wird. Er, Klestil, denkt immerin mehr als andere auch an die internationale Reputation Österrreichs, was den Traum Schüssels, Kanzler von Haiders Gnaden zu werden, eher mindert.

Die Zukunft ist noch immer so ungewiss wie am 3. Oktober. Fortschritte macht zur Zeit lediglich die Ungeduld. Noch ist sie auszuhalten, da der Sonderierungs-Chef Viktor Klima seinen Fahrplan einhalten wird. Bis Weihnachten soll Licht am Ende des Tunnels erscheinen. Scheitert dies, dann ist mehr gescheitert als Viktor Klima. Dann beginnt für Österreich das neue Jahrhundert mit möglicherweise fragwürdiger Reputation, mit Ungewissheit, verhinderter Stabilität und teils unberechenbaren Akteuren. Doch genau das will so ziemlich niemand in diesem Land.

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