GLOBAL 2000 kritisiert "Ausgrenzung" von Umweltschützern und Gen- Kritikern bei geplanten Freisetzungsversuchen.

"Kritische Öffentlichkeit wird umgangen und erste Freisetzung Österreichs durch die Hintertür durchgedrückt." Forderung nach Veröffentlichung der konkreten Projektunterlagen.

Wien (OTS) - Anlässlich der gestern bekanntgewordenen Pläne von Wissenschaftsminister Einem und Landwirtschaftsminister Molterer, in den kommenden fünf Jahren Versuche mit genmanipuliertem Obst mit dem Ziel der Freisetzung mit rund 24 Millionen Schilling zu fördern, übt GLOBAL 2000 Kritik an der "Ausgrenzung" von Gentechnik-Kritikern im vorliegenden Projekt. "Wissenschaftsminister Einem und Landwirtschaftsminister Molterer müssen sich den Vorwurf gefallen lassen, das erste Freisetzungsprojekt Österreichs quasi durch die Hintertür - unter Umgehung der Öffentlichkeit und der Initiatoren des Gentechnik-Volksbegehrens - durchdrücken zu wollen", kritisiert GLOBAL 2000-Sprecher Lothar Lockl. "In keiner Phase des nun vorgesehenen Freisetzungsprojekts wurden Gentechnik-Experten von GLOBAL 2000 oder anderen Umweltorganisationen in die Vorbereitungsarbeiten konkret eingebunden. Von Transparenz oder Offenheit kann daher keine Rede sein. Mit dem Deckmantel eines wissenschaftlichen Forschungsprojekts versucht man nun, die bei herkömmlichen Freisetzungsanträgen vorgesehene Zuständigkeit des kritischeren Konsumentenschutzministeriums zu umgehen." GLOBAL 2000 appelliert an Bundeskanzler Klima, Umweltminister Bartenstein und Konsumentenministerin Prammer, den Gentechnikprojekten des Wissenschafts- und Landwirtschaftsministers beim kommenden Ministerrat ihre Zustimmung zu verweigern. Ausserdem fordert GLOBAL 2000 VerÖffentlichung der konkreten Projektunterlagen, die bis heute unter Verschluss gehalten werden.

Massive Zweifel hegen die Umweltschützer auch an der Stichhaltigkeit der Entscheidungsgrundlagen für die geplanten Gentechnik-Versuche. GLOBAL 2000- Gentechnik-Expertin Heike Moldenhauer: "Die Gentechnik-Forscher an der Universität für Bodenkultur behaupten, dass der Scharka-Virus - gegen den die genveränderten Steinobstsorten resistent gemacht werden sollen - das zentrale Problem des Obstbaus in Österreich sei. Tatsächlich aber gibt es bis heute keine konkreten Erhebungen über den tatsächlichen Befallsgrad der Obstbäume und über den Ökonomischen Schaden durch den Virus. Wir fordern daher eine Bedarfsstudie und alternative Problemlösungsstrategien."

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Andrea Paukovits, Heike Moldenhauer,
Lothar Lockl
Telefon: +43/1/812 57 30-18

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF/OTS