Wiener VP zu Ladenöffnungszeiten: Politik läuft Gefahr von der Realität eingeholt zu werden

Wien (ÖVP-Klub) "Die Ladenöffnungszeiten sind ein hervorragendes Beispiel wo die Politik, wenn sie nicht rasch handelt, von der Realität und der Macht des Faktischen überholt werden wird", befürchtet der Wiener ÖVP-Abgeordnete Alexander NEUHUBER.***

Internet und E-commerce werden in den nächsten Jahren den Handel weiter revolutionieren, Reglements sind dann nicht nur kontraproduktiv, sondern fast schon die Garantie für das Aussterben des Handels und der Nahversorgung.

Kundenorientierung wäre heute die absolute Maxime in der Weltwirtschaft, dem könne sich auch Österreich auf Dauer nicht verschließen. "Und der Konsument will nun einmal eindeutig mehr Flexibilität", weiß NEUHUBER.

"Ich habe noch Verständnis für eine Mäßigung am Sonntag im Sinne unseres christlich-sozialen Weltbildes, daher sollte man diesen Tag vorerst aus den diesbzüglichen Überlegungen herausnehmen", sagte NEUHUBER. Aber die Gitter in einer Lebensmittelhandlung am Franz-Josefs-Bahnhof, die am Sonntag Reiseproviant von sonstigen Gütern trennen, seien ein Relikt des versorgungstechnischen Stalinismus. "Eine Möglichkeit zum Einkauf von lebensotwendigen Gütern muß auch am Sonntag gewährleistet sein", forderte der ÖVP-Politiker.

Immer wieder werde von den Gegnern der Liberalisierung mit zweifelhaften Umfragen argumentiert, die behaupten, daß zwei Drittel der Österreicher keine ausgedehnteren Öffnungszeiten wollen. Dieser falschen behauptung müsse man entschieden entgegentreten, so NEUHUBER.

Zum einem würde sich das schnell ändern, wenn es erst einmal längere Öffnungszeiten gebe, die Konsumenten können sich zum Teil ja gar nicht vorstellen, wie wohltuend ein freier Markt wäre. Zum anderen – so NEUHUBER weiter - selbst wenn die zwei Drittel stimmen würden, sind dann noch immer ein Drittel der Konsumenten die einkaufen wollen, Argument genug.

Für die Arbeitnehmer gebe es ja ausreichend Schutzbestimmungen und Sonderregelungen. "Ich verstehe daher die Gewerkschaften nicht im mindesten," so NEUHUBER, längere Öffnungszeiten seien logischerweise nur mit zusätzlichen Arbeitsplätzen zu bewirtschaften und noch dazu gebe es genügend Arbeitnehmer, die gerne auch am Abend oder Wochenende arbeiten wollen. "Flexible Zeiteinteilung betrifft ja nicht nur die Konsumenten, sondern auch die Angestellten."

Auch die Argumentation der Arbeitgeberseite findet NEUHUBER in dieser Frage als Unternehmer "nur schwer nachvollziehbar". "Ich sehe hervorragende Chancen, gerade für Klein- und Mittelbetriebe, wenn sie flexibel sind." Schon längst gilt im Zeitalter der Globalisierung nicht mehr der Grundsatz "die Großen fressen die Kleinen", sondern "die Schnellen die Langsamen" und Nischen könne ein Kleinbetrieb noch allemal besser besetzen als ein unbeweglicher Konzern. Außerdem würde ja keine Firma gezwungen werden, aufzusperren. Alles beruhe auf Freiwilligkeit.

Aufgabe einer modernen Unternehmensvertretung wäre daher die Veränderungen zu erkennen und die Betriebe entsprechend vorzubereiten. Jammern und Klammern an Traditionen, seien sie noch so ehrwürdig, könnten da keine Abhilfe schaffen.

Eine Sondersituation, so der Wirtschaftsbundobmann des 1. Bezirkes weiter, sei die Wiener Innenstadt. Viele Touristen strömen jeden Abend, aber auch am Wochenende durch die Wiener Innenstadt, dem logischen Hauptanziehungspunkt für jeden Österreich- und Wienbesucher. "Mir tränen als Unternehmer die Augen", so Neuhuber, der übrigens seinen eigenen Dienstleistungsbetrieb im 1. Bezirk führt, "wenn ich präsumptive Kunden in Massen durch die Fußgängerzone ziehen sehe, die ihre Nasen an die Scheiben verschlossener Geschäfte drücken." Unvorstellbar, was den Innenstadtkaufleuten da an manchem Abend und am Sonntag an Einnahmen entgeht. Aus einer Umfrage von Wien-Tourismus gehe auch hervor, daß das Hauptkritikpunkt der meisten Touristen sei, die Wien besuchen. "Die Wiener City müßte daher in dieser Frage, eine Vorreiterrolle für ganz Österreich spielen. Wenn wir keine Touristenzone sind, wer dann?" NEUHUBER wünscht sich nun Verhandlungen mit dem Wiener Bürgermeister mit dem Ziel die Wiener Innenstadt zur Tourismuszone erklären zu lassen.

"Unsere Unternehmer sind mündig genug, darauf entsprechend zu reagieren und der in - wie auch ausländische Konsument ist mündig genug, das Angebot dann auch zu würdigen. Machen wir gemeinsam die Innenstadt fit für das nächste Jahrtausend."****

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