Fonds Gesundes Österreich - Eröffnung der 1. Österreichischen Präventionstagung - Beck fordert Einigung bei "Psychotherapievertrag"

Wien (OTS) - Im Rahmen der Eröffnung der 1. Österreichischen Präventionstagung, veranstaltet vom Fonds Gesundes Österreich (FGÖ), im Wiener Parkhotel Schönbrunn wies der Geschäftsführer des FGÖ, Dennis Beck, auf die Bedeutung der seelischen Gesundheit hin. "Die seelische Gesundheit als Thema an den Anfang der Österreichischen Präventionstagungen zu stellen, war mir aus einem Grund ein wichtiges Anliegen: Spätestens seit der Ottawa-Charta der Weltgesundheitsorganisation im Jahre 1986 ist es in aller Munde, daß Gesundheit nicht nur körperliche, sondern auch seelische und soziale Aspekte miteinschließt. Aber der Vergleich macht leider sicher, daß die Theorie das eine, und die Praxis das andere ist", betonte Beck. "Auch wenn sich das Gesundheitssystem in den letzten Jahrzehnten selbstverständlich weiterentwickelt hat, muß postuliert werden: Von der flächendeckenden Umsetzung und Berücksichtigung des WHO-Gesundheitsbegriffes sind wir noch weit entfernt - sowohl in den Gesundheitseinrichtungen und noch vielmehr in anderen Bereichen des Lebens, die wir als Gesundheitsförderer ja in ihrer Summe als Orte definieren, wo Gesundheit so oder so beeinflußt, also gefördert oder beeinträchtigt wird".

Aber nicht nur im Bereich der Einrichtungen und Rahmenbedingungen sieht der Geschäftsführer einen starken Nachholbedarf in Sachen Berücksichtigung seelischer und sozialer Gesundheitsaspekte, "Auch im Bewußtsein der Österreicherinnen und Österreicher ist es noch lange nicht ausreichend verankert, daß Gesundheit ein komplexes Thema ist". In einer vom Fonds Gesundes Österreich in Auftrag gegebenen Umfrage vom Juni 1999 antworten auf die Frage "Was bedeutet für Sie Gesundheit" von 500 Befragten 15% mit "Fitness und Wohlbefinden" und nur 7% mit "gesunder Umwelt". "Hier haben wir gemeinsam noch viel Überzeugungs- und Bewußtseinsarbeit zu leisten" appellierte Beck.

Weiters wies er auf die Bedeutung von "seelischer Gesundheit am Arbeitsplatz" hin: "Wir müssen bei Führungskräften in der Wirtschaft das Bewußtsein stärken, daß das Betriebsklima und die innerbetriebliche psychosoziale Hygiene nicht nur nettes Beiwerk sind, sondern in einem direkten Zusammenhang mit der Produktivität eines Unternehmens stehen. Für ein gutes Betriebsklima und gegen Mobbing und Bossing sind Maßnahmen auf der Betroffenenebene, der Organisationsebene und auf der überbetrieblichen Ebene notwendig". In diesem Zusammenhang schlug Beck vor, "Psychologen und Psychotherapeuten im Arbeitnehmerschutzgesetz als dritte Kategorie der Präventionskräfte neben den Arbeitsmedizinern und den Sicherheitsfachkräften aufzunehmen".

Dennis Beck wies auf die unbefriedigende Situation hinsichtlich psychotherapeutischer Behandlung hin, "Noch immer muß der Kranke den allergrößten Teil der Kosten selbst zahlen, wenn er zum "Seelendoktor" geht. Was natürlich dazu führt, daß im Gegensatz zum medizinischen Bereich eine grasse Unterversorgung bzw. Nichtbehandlung besteht". In diesem Zusammenhang begrüßte Beck "daß nun ein Ergebnis der Verhandlungspartner vorliegt" und forderte die morgen tagende Versammlung des Österreichischen Bundesverbandes für Psychotherapie auf "dem vorliegenden Entwurf zuzustimmen".

"Dieser bedeutet eine entscheidende Verbesserung der Situation für die vielen Menschen, die dringend eine psychotherapeutische Hilfe brauchen" betonte Beck. So soll es kostenlose Psychotherapie bei Vertragspsychotherapeuten und einen wesentlich höheren Kostenersatz als derzeit bei Wahlpsychotherapeuten geben. "Es ist auch im Sinne moderner Gesundheitspolitik und im Sinne der Patientinnen und Patienten, wenn nachvollziehbare, objektivierbare und evaluierbare Qualitätsstandards und Auswahlkriterien eingeführt werden. Um Härtefälle bei einzelnen Psychotherapeuten und Klientinnen und Klienten zu vermeiden, sollte allerdings gewährleistet sein, daß die vorgesehenen Übergangsfristen mit den realen Möglichkeiten, Qualifikationen nachzuholen, übereinstimmen. Weiters sollte außer Streit gestellt werden, daß es auch auf lange Sicht neben den Vertragspsychotherapeuten die Wahlpsychotherapeuten geben wird", schlug der Geschäftsführer vor.

"Insgesamt dürfen aber nicht Berufs- und Standesinteressen im Zentrum der Überlegungen und Entscheidungen stehen, sondern die Interessen und Bedürfnisse der Menschen, die dringend psychotherapeutische Hilfe brauchen", schloss Beck.

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