HGPD: Kündigungswelle bei DO & CO vor Betriebsratswahlen

Will die Geschäftsführung Betriebsratswahlen verhindern?

Wien (HGPD/ÖGB). "Das Management von DO & CO, des bekannten, börsenotierten Gastronomieunternehmens, versucht offensichtlich, die Wahl eines Betriebsrates für die rund 90 Beschäftigten in seiner Logistik-Niederlassung in der Grillgasse in Wien-Simmering zu verhindern", erklärte der Vorsitzende der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst (HGPD), Rudolf Kaske, heute, Donnerstag, bei einem Pressegespräch in Wien.++++

Die wichtigsten Indizien dafür seien, so Kaske, dass die Geschäftsführung kurz nach der Bildung eines Wahlvorstandes, der die Betriebsratswahlen am 15. Dezember vorbereitet, die Kündigung von vorerst 16 Mitarbeitern wegen "notwendiger Kosteneinsparung bei der Verpflegung von Flugpassagieren" und daraus resultierender "geringerer Auslastung" angekündigt und bereits mit dem Abtransport eines Teils der Maschinen begonnen hat.

Trotz Einsparungen ist Geschirrreinigung notwendig

Der Betrieb von DO & CO in der Wiener Grillgasse wickelt die Logistik des Unternehmens ab, das heißt, dort wird im Wesentlichen das Geschirr gereinigt und gelagert. "Es ist nicht zu verstehen, wenn DO & CO den Personalabbau bei der Geschirrreinigung damit argumentiert, dass bei der Verpflegung der Flugpassagiere der Luftlinien gespart werden muss. Dies hätte ja in erster Linie Einsparungen beim Küchenbetrieb, der in der Dampfmühlgassse in Wien-Simmering angesiedelt ist, zur Folge. Aber egal, ob Flugpassagieren ein Filet oder nur Fleischlaibchen serviert werden, gereinigtes Essbesteck und saubere Teller sind in jedem Fall notwendig. Ich werte daher die Kündigung der 16 Mitarbeiter und die Androhung weiterer Kündigungen, die im Rahmen des 'Frühwarnsystems' beim Arbeitsmarktservice avisiert wurden, für einen Versuch, die Beschäftigten einzuschüchtern. Ziel ist offensichtlich, dass die verbliebenen Beschäftigten keinen Gebrauch von ihrem in der Arbeitsverfassung garantierten Recht machen, einen Betriebsrat zu wählen", sagte Kaske.

Abtransport einiger Maschinen in ein nahes Lager

Robert Maggale, für DO & CO zuständiger Sekretär der Sektion Hotel, Gastgewerbe der Gewerkschaft HGPD berichtete, dass in der Logistik-Niederlassung bereits die Demontage und der Abtransport einiger Maschinen vorgenommen wurden. "Entgegen der Ankündigung, dass die Maschinen an einen anderen Standort transferiert werden, wurden sie jedoch nur in einem nahe gelegenen Lager deponiert, wie Mitarbeiter des Betriebes beobachtet haben", berichtete Maggale, der intensiven Kontakt mit der Belegschaft hält, um dennoch eine ordnungsgemäße Durchführung der Betriebsratswahlen, "jetzt in der Grillgasse, vielleicht demnächst schon auch in anderen Betrieben von DO & CO", zu ermöglichen.

Aktivitäten von DO & CO werden international beobachtet

HGPD-Vorsitzender Rudolf Kaske bestätigte schließlich, dass die Gewerkschaft das zuständige internationale Berufssekretariat, die "Internationale Union der Lebens-, Genussmittel-, Hotel- und Restaurantarbeitergewerkschaften" (IUL) von den Vorgängen bei DO & CO informiert hat. "Unsere Berufsinternationale und ihre nationalen Gewerkschaften werden nicht nur in Europa, sondern auch in Übersee in nächster Zeit darüber wachen, welche Aktivitäten DO & CO im Ausland setzt, und ob diese Aktivitäten darauf angelegt sind, Druck auf die österreichischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieses Unternehmens auszuüben", schloss Kaske. (ws)

ÖGB, 25. November 1999 Nr. 570

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