- 25.11.1999, 08:10:38
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- OTS0021
"Neue Kärnter Tageszeitung: Identifikationskarte
Ausgabe 25.11.1999
Klagenfurt (OTS) - Die freiheitlichen Aussagen, die in letzter
Zeit Schlag auf Schlag ausländische Mitbürger treffen, haben
ungeheures Zerstörungspotential. Ob das die Forderung nach
Tbc-Kontrollen - "vor allem bei Ausländern" - das Bekenntnis zu einer
aufs Minimum herabgesetzten Zuwanderungsquote in Kärnten oder zu
einer Identifikationskarte für diese Bevölkerungsgruppe ist. Die Card
würde Personaldaten, Aufenthaltsdauer und den Fingerabdruck des
Betroffenen beinhalten. Zerstört wird mit solchen Ansätzen vor allem
eines: Vertrauen in Mitmenschen.
In den manchen Hinterköpfen werden beim Stichwort Ausländer die
Alarmglocken läuten. Sind das nicht die, die uns krankmachen, die
etwas mit Verbechen zu tun haben müssen (von wem sonst braucht man
einen Fingerabdruck?), die uns früher oder später "überschwemmen" und
die wir deshalb auf keinen Fall in Kärnten haben wollen? Solche
einfältigen Rückschlüsse sind natürlich Unsinn, doch so entstehen
Feindbilder.
Den personifizierten Feindbildern wird auch gleich ein Stempel
aufgeprägt: Die A-Card. Vergleiche mit dem "Judenstern" und den
Verbrechen des Dritten Reiches gilt es, ob ihrer Singularität, zu
unterlassen. Dennoch ist es eine Verpflichtung, sich zu
vergegenwärtigen, was in einer Gesellschaft möglich wird, die
Menschen stigmatisiert. Ein solches Klima ist nicht
ausländerfeindlich allein, sondern menschenfeindlich. Worin besteht
der nächste Schritt? Welche Gruppe bekommt den nächsten Stempel? Das
sollte man sich fragen und solchen Entwicklungen kompromisslos
Einhalt gebieten.
Rückfragehinweis: Kärntner Tageszeitung
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