Diktat oder Zusammenarbeit

Wien (OTS) - Am Freitag dieser Woche (26.11.) entscheiden die Psychotherapeuten, ob der Berufsstand das Diktat der Krankenkassen hinnehmen wird oder ob weitere Verhandlungen mit dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger geführt werden müssen. Bei dieser Entscheidung geht es um die psychotherapeutische Versorgung der Bevölkerung. Wird der vorliegende Vertragsentwurf angenommen, sind mehr als die Hälfte der Psychotherapeutlnnen von der Verrechnung mit den Krankenkassen ausgeschlossen. Weil es den Kassen nicht gelingt, die explodierenden Ausgaben für Medikamente in den Griff zu bekommen, versuchen sie nun bei den Ausgaben für Psychotherapie zu sparen. Obwohl wissenschaftliche Studien belegen, daß zwischen 200 000 und 400 000 Personen eine Psychotherapie benötigen, gehen die Kassen von nur 50 000 bis 70 000 Patenten aus! Um Kosten zu sparen ist beabsichtigt, die Zahl der Psychotherapeutlnnen zu beschränken, die mit den Kassen verrechnen können. Trotz massiver Proteste aus dem Berufsstand ist als Folge die gesetzlich geforderte Versorgung der Bevölkerung mit Psychotherapie trotz das Vertrages weiterhin nicht gewährleistet.

Die Psychotherapeutlnnen stehen auf dem Standpunkt, daß bei der angespannten Budgetlage der Krankenkassen eine ausreichende qualitativ hochwertige Versorgung nur durch Zusammenarbeit von Krankenkassen und Berufsverband der PsychotherapeutInnen sichergestellt werden kann. Dabei sind auch die regionalen Unterschiede in den Bundesländern zu berücksichtigen. Psychotherapie hilft nicht nur den Patientinnen, sondern verhindert langfristig auch schwere und teure Erkrankungen. Leider werden die Chancen auf die zukünftig kostensenkende Wirkung der Psychotherapie ebenso wie die Angebote zur gemeinsamen Lösung der schwierigen Lage von den Krankenkassen bisher völlig ignoriert.

Der Hauptverband wählt einen anderen Weg: Es wird versucht, die Psychotherapeutinnen durch ein Verhandlungsdiktat zu knebeln und von den Krankenkassen abhängig zu machen. Damit die Finanzen stimmen, wird durch Federstrich einfach die Zahl der bedürftigen Patientinnen verringert. Auf der Strecke bleiben, wie so oft, die leidenden Patienten.

gez. Konrad Wirnschimmel - Fachsektion Gruppendynamik und Dynamische Gruppenpsychotherapie im OAGG, Mitarbeiter d. ORF-Kinder-Kummernummer Rat auf Draht;

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