GLOBAL 2000 übt Kritik an Gen-Freisetzungsplänen der Regierung: "Bundesregierung erledigt Geschäfte der Gentech-Industrie."

"Durchführung von Freisetzungen käme Bruch von Wahlversprechen von Bundeskanzler Klima gleich."

Wien (OTS) - Die Umweltorganisation GLOBAL 2000 übt heute schärfste Kritik an den Plänen der Minister Einem und Molterer, Gentechnik- Freisetzungsexperimente in Österreich zu fördern. Laut eines gemeinsam formulierten Antrags der beiden Regierungsmitglieder zur "Vergabe von Forschungsaufträgen zur umfassenden Risiko- und Sicherheitsforschung bei transgenen Obstbäumen" vom 28. Oktober 1999 sollen in den nächsten fünf Jahren u.a. Versuche mit genmanipulierten Marillen im Ausmass von 23,9 Millionen Schilling gefördert werden. Der Antrag soll nach Informationen von GLOBAL 2000 am kommenden Dienstag dem Ministerrat vorgelegt werden. "Die Freisetzungsanträge von Einem und Molterer stellen eine in dieser Dimension bisher noch nie dagewesene Brüskierung jener 1,2 Millionen Österreicher dar, die 1997 das Gentechnik-Volksbegehren unterschrieben haben", kritisiert Heike Moldenhauer, Gentechnik-Expertin von GLOBAL 2000. "Sollten die Freisetzungen tatsächlich durchgeführt werden, muss sich Bundeskanzler Klima den Vorwurf gefallen lassen, ein Wahlversprechen glatt gebrochen zu haben." Klima hat noch im September in der Beantwortung eines Fragenkatalogs von Greenpeace, WWF und GLOBAL 2000 erklärt: "Die SPÖ bekennt sich dazu, dass vom Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen in Österreich (......) abgesehen werden soll". GLOBAL 2000:
"Es drängt sich der Eindruck auf, dass der Antrag bis zur Wahl in der Schublade versteckt und absichtlich erst jetzt still und heimlich eingebracht wurde".

Nach Ansicht der Umweltschützer ist es das erklärte Ziel des Antrags, Freisetzungen gentechnisch manipulierter Pflanzen Tür und Tor zu öffnen. "Bis jetzt ist es der Gentech-Industrie noch nicht gelungen, den Widerstand der Österreicher zu brechen", erklärt GLOBAL 2000. "Jetzt betreibt ausgerechnet die Regierung die Geschäfte der Genindustrie. Mit Steuergeldern sollen Experimente finanziert werden, die darauf hinauslaufen, dass genmanipulierte Lebensmittel auf unseren Tellern landen und weitere kommerzielle Projekte ermöglicht werden." Der Antrag sieht Forschung im Bereich der Virusresistenz von Marillen vor. "Statt bestehende Alternativen zur Gentechnik zu nutzen, wird hier ausschliesslich auf die Gentechnik gesetzt", so GLOBAL 2000. Formal sieht der Antrag zwar Risikoforschung vor, die aber im Freiland weitergeführt werden soll.

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