Landsbergis im Club IW: Litauen setzt auf Europa

60 % der litauischen Investitionen stammen aus der EU -

Große Hoffnung auf EU-Mitgliedschaft =

PWK - "Litauen hat seine Lehren aus der russischen Wirtschaftskrise des Jahres 1998 gezogen", erklärte der litauische Parlamentspräsident Vytautas Landsbergis bei einem Vortrag vor dem Club Internationale Wirtschaft am Dienstagabend. Litauens Wirtschaft, die bis dahin immer noch stark mit Russland verflochten war, sei von der Krise schwer getroffen worden. Der Schock sei jedoch heilsam gewesen und habe zu einer verstärkten Orientierung nach Westen und zu einer verringerten Abhängigkeit von Russland geführt. ****

Litauen ist bestrebt, die Wirtschaftsbeziehungen mit der EU auszubauen, sagte Landsbergis. Die EU sei bereits jetzt der wichtigste Markt, der wichtigste Lieferant und der wichtigste Auslandsinvestor für Litauen. Rund 60 Prozent der Auslandsinvestitionen stammen aus der Europäischen Union. Im ersten Halbjahr 1999 hätten die litauischen Exporte in die EU um neun Prozent zugenommen. Deutschland habe in dieser Periode erstmals Russland den Rang als wichtigstes Partnerland im litauischen Außenhandel streitig gemacht.

Die russische Krise wirkte sich für Litauen auch als starker Ansporn für die Privatisierung (namentlich des Energiesektors) und für die Modernisierung der Industrieproduktion aus. "Litauen will in den nächsten zehn Jahren das nationale Kernkraftwerk abbauen", erklärte Landsbergis. Das werde zu einem großen Bedarf an anderen Energieformen und Infrastrukturen führen.

Den ausländischen Investitionen falle eine wichtige Rolle bei den Bemühungen zur Neuorientierung der litauischen Wirtschaft zu. Der im Oktober abgeschlossene Vertrag mit der amerikanischen Erdölgesellschaft Williams Corporation solle als positives Signal für potentielle Investoren gewertet werden.

Große Hoffnungen setzt Litauen in die angestrebte EU-Mitgliedschaft, betonte der Parlamentspräsident. Litauen könne Europa eine wichtige Brückenfunktion zwischen West und Ost anbieten.

In Begleitung von Präsident Landsbergis war eine 12köpfige litauische Wirtschaftsdelegation nach Wien gekommen, die in der Wirtschaftskammer Österreich mit österreichischen Firmenvertretern zusammentraf.
(Schluß) RL

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