Haider, Jazz Gitti & Co im Kampf gegen das Mistmonster

Paulus, Pfeffer, Wallner überreichten bei Gala Preise

Wien, (OTS) Diese Gala war kein Mist. Wiens Umweltstadtrat Fritz Svihalek war leider Dienstagabend krankheitshalber
verhindert, die Pokale und zahlreichen Sachpreise den Teilnehmern
an der "1. Wiener Mistvermeidungs-Meisterschaft" im "Studio 44"
der Österreichischen Lotterien gemeinsam mit den prominenten Jury-Mitgliedern und den Sponsoren zu überreichen. Vielen Wienerinnen und Wienern und vor allem den Kindern ist das grüne Mistmonster
der "48er" seit dem Vorjahr ein Begriff geworden. Heuer wollte man wissen, was machen Wiens BewohnerInnen bereits ganz konkret zur Mistvermeidung und was sind ihre besten Ideen dazu. Die GewinnerInnen der vier Kategorien Haushalte, Unternehmen, Öffentliche Hand und Schulen erhielten ihre "Mistpokale" in Gold, Silber oder Bronze und die Sachpreise aus den Händen der Tennisspielerin Barbara Paulus, des Fußballspielers Anton Pfeffer von Austria Wien und des Umweltpädagogen Univ.-Prof. Dr. Werner Katzmann,. Von den Sponsoren überreichten die Preise für Römerquelle Verkaufs- und Marketingleiter Christian Blaschka,, für Tupperware Prokurist Franz Joseph Schindler und für die Österreichischen Lotterien, Generaldirektor Leo Wallner. Alfons Haider moderierte die festliche Gala, die im Ablauf an die Oscar-Verleihung angelehnt, wurde und Jazz Gitti unterhielt das Publikum mit einer Auswahl ihrer Hits. Wer nun neugierig geworden ist und sich näher über das Mistvermeiden informieren will, bekommt diese Auskunft beim Misttelefon der MA 48 (Abfallwirtschaft, Straßenreinigung und Fuhrpark) unter 546 48. Auch unter der Internet-Adresse www.magwien.gv.at/ma48/ kann man sich
Informationen holen.****

"1. Wiener Mistvermeidungs-Meisterschaft"

Die "1. Wiener Mistvermeidungs-Meisterschaft" ist die größte Aktivität innerhalb der heurigen Mistvermeidungs-Kampagne. Diese soll unter dem Motto "Gemeinsam für weniger Mist" Lust auf richtigen Konsum machen, Lust an der Mistreduktion und auch öfters damit einhergehende Sparmöglichkeiten für die eigene Geldbörse aufzeigen. Es geht dabei nicht um Konsumverzicht. Die Kampagne richtet sich an moderne Menschen, die wissen wollen, wie man
richtig konsumiert. Die Motivation zum Mitmachen soll über
positive Lösungen kommen.

Alle Wienerinnen und Wiener konnten in der Liga ihrer Wahl mitmachen. Auf der Teilnahmekarte musste in kurzen Worten beschrieben werden, wie der/die Teilnehmer/in vorhat, möglichst viel Mist zu vermeiden und wie sich diese gewählte Maßnahme zur Mistvermeidung auf die Mistmenge auswirkt. Bei der Bewertung der Einsendungen ging es nicht nur darum, wie viel quantitativ
vermieden wurde, sondern auch um die qualitative Dimension. Auch
die Nachvollziehbarkeit der Maßnahme für andere war von Bedeutung.

Die Preisträger beim Mistvermeiden

In der Kategorie "Haushalte" wurden zwei goldene und ein bronzener Mistmonster-Pokal vergeben. Einen Goldenen bekam Frau Anneliese Gesswein für ihr unermüdliches Engagement und hohen Aufwand beim abfallvermeidenden Einkaufen, das sie auch umsetzt
bei MitbürgerInnen und MitbewohnerInnen. Ihren Restmüll konnte sie auf ein Drittel der ursprünglich anfallenden Mengen reduzieren.
Den zweiten Goldpokal bekam Frau Karin Ausserer, die ebenfalls Umweltschutz und Abfallvermeidung umfassend lebt. Sie verwendet
für ihre Kinder Stoff- statt Einwegwindeln, gebrauchte Kinderwägen, second hand-Kleidung. Spielzeug wird im Familien- und Freundeskreis ausgetauscht. Obst und Gemüse wird am Markt gekauft, Milch und Dicksaft in Glasflaschen anstatt Einwegverpackung.
Bronze bekam Frau DI Martina Ruzek, die ihre Kleidung in second hand-Läden kauft und auch verkauft. Sie leistet auch Überzeugungsarbeit in ihrem Bekanntenkreis durch Veranstaltung von Modeschauen.

Frau DI Ruzek kauft sehr viel in der Designer-second-hand-Boutique "Gigi" ein, deren Besitzerin, Frau Komarek, bei dieser Gelegenheit - obwohl eigentlich zur Kategorie "Unternehmen" gehörend - auch gleich eine Anerkennungsurkunde bekam.

In der Kategorie "Haushalte" gab es noch einen Sonderpreis
für ein Kind. Sonja Weber hat einen Brief an das Mistmonster geschrieben, in dem sie erklärte, wie sie und ihre Mama im
Haushalt Mistvermeidung betreiben: sie verwendet ihre Schulhefte
und Buntstifte bis zum Schluss, ihr Spielzeug wird am Flohmarkt gekauft und ihre Mama geht immer mit dem Einkaufswagen einkaufen
und spart bei der Verwendung von Batterien. Neben Urkunde und Sachpreisen bekam Sonja Weber ein großes Mistmonster.

Bei der Kategorie "Unternehmen" gab es drei Gold- und einen Bronzepokal. Gold erhielt die Firma Rembrandtin, die Speziallacke und Beschichtungsstoffe z.B. für Brücken und Waggons erzeugt. Rembrandtin hat u.a. in Kooperation mit seinen Kunden erreicht,
dass jährlich im Inland Lack nicht mehr in zehntausend Einweg-Blechfässern geliefert wird, sondern die Kunden den Lack in Mehrwegcontainern erhalten.. Damit wird jährlich der Anfall von zweihundert Tonnen Blechschrott vermieden. Gold bekamen auch zwei Spitäler: das Sanatorium Hera und das Preyer´sche Kinderspital. Die Hera für das Engagement der Abfallbeauftragten Frau Gobo und der anderen MitarbeiterInnen, das beeindruckende Ergebnisse
gebracht hat. In zwei Jahren ist es gelungen, 46 % - das ist
beinahe die Hälfte - der medizinischen Abfälle, Altmedikamente und anderer gefährlicher Abfälle, zu vermeiden. Auch im Preyer´schen Kinderspital konnten durch gemeinsame Anstrengungen vierzig
Prozent der gefährlichen medizinischen Abfälle vermieden werden. Ein Mistmonster in Bronze bekam die Bäckerei Supper für ihre Idee:
beim Kauf von zehn Semmeln erhalten die Kunden die elfte Semmel gratis, wenn sie kein Papiersackerl brauchen.

In der Kategorie "Öffentliche Hand" wurden je einmal Gold, Silber und Bronze verliehen. Gold bekam das Reparatur- und Servicezentrum RUSZ. In diesem u.a. von der EU, dem AMS und der Gemeinde Wien unterstützten Projekt, reparieren
Langzeitarbeitslose Waschmaschinen, Geschirrspüler, Trockner und Elektroherde, seit neuestem auch Unterhaltungselektronik. 520 derartige Geräte wurden inzwischen instandgesetzt und 360 nicht mehr reparierbare Geräte schadstoffentfrachtet und ein Ersatzteillager aus den wieder verwertbaren Teilen aufgebaut. Mit dem RUSZ wurde gleichzeitig auch ein damit zusammenhängendes zweites Projekt ausgezeichnet, das "Wiener Reparaturnetzwerk". In diesem sind Wiener Betriebe zusammengeschlossen, die nach gemeinsamen Qualitätsrichtlinien in den unterschiedlichsten Bereichen Reparaturdienstleistungen durchführen.

Das Mistmonster in Silber in der Kategorie "Öffentliche Hand" bekam die Bezirksvorsteherin des 4. Bezirks, Susanne Emmerling.
Sie hat u.a. alle Bewohner des Bezirks über jene Lebensmittelgeschäfte informiert, die Hauszustellungen durchführen "als Kampfansage gegen Dosen und Einwegflaschen und dem Argument, dass Flaschen zu schwer zum Tragen sind", wie sie in ihrer Einreichung schrieb. Sie stellte auch allen BewohnerInnen des Bezirks eine Jutetasche und Frischhaltedosen zur Verfügung.
Die Auszeichnung in Bronze bekam das Umweltministerium. Dieses
setzt in vielen Fällen Mehrwegbüroartikel ein, stellte die Kaffeeautomaten auf Tassenbetrieb um, durch die Verwendung von Microfasertüchern konnte der Reinigungsmitteleinsatz um achtzig Prozent verringert werden und durch Optimierung der Abfalltrennung konnte der Restmüll innerhalb eines Jahres um sechzig Prozent reduziert werden.

In der Kategorie "Schulen" gab es erfreulicherweise besonders viele Einsendungen, umso schwerer war für die Jury die
Entscheidung und so wurden in dieser Kategorie drei Goldpokale verliehen. Einen bekamen die Klassen 3b, 4b und 5cd des BRG XV., Henriettenplatz 6 für ihre Reduktion des Pausenmists durch Problembewusstseinsbildung bei den SchülerInnen. Dies geschah
durch Erheben und Messen der anfallenden Mistmenge. Die SchülerInnen organisieren auch ein selbst gemachtes Bio-Buffet.
Die Klasse 3d der Volksschule Draschestraße 96 in Wien 23.,
bezahlt u.a. den Einkauf von Dicksaft aus einer Klassenkassa und trinkt aus mitgebrachten Bechern und verwendet keine Papierhandtücher mehr. Die Schülerinnen und Schüler der 3b der Volksschule Bendagasse 1-2 - ebenfalls im 23. Bezirk - legen u.a. Wert auf ein gesunde, selbst gemachte Jause, die sie in wiederverwendbaren Gefäßen transportieren. Getränke werden in eigenen Bechern ausgegeben, Schulmilch in Glasflaschen gekauft.

Zum Abschluss bekam auch noch das Mistmonster einen Namen.
Die Redaktion von "Unser Wien", der Zeitung der Stadt Wien, die an alle Haushalte geht, hatte zu einer Namensfindung für das Mistmonster aufgerufen. Aus den zahlreichen Einsendungen kürte die Jury den Einfall von Frau Desiree Ehlers zum Sieger: Vermeidnix. Frau Ehlers bekam dafür das Mistmonster als Pokal.

Die Hauptsponsoren der "1. Wiener Mistvermeidungs- Meisterschaft"

Die Hauptsponsoren der "1. Wiener
Mistvermeidungsmeisterschaft waren Römerquelle, Tupperware und die Österreichischen Lotterien. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass
sie jeweils in ihrer Branche diejenigen sind, die am besten zur Mistvermeidung beitragen. Die Firma Römerquelle ist in Österreich inzwischen der einzige Mineralwasser-Abfüller, der sowohl bei
Glas- wie auch PET-Flaschen ausschließlich das Mehrwegsystem hat. Von Römerquelle wurde eine eigene 1,5 Liter Pet-Flasche mit hohem Investitions- und Zeitaufwand entwickelt, die mindestens fünfundzwanzigmal befüllt werden kann.

Die Firma Tupperware trägt durch ihre Produkte bereits seit Jahrzehnten zur Mistvermeidung bei. Die Firma bewirbt bei ihren Heimvorführungen auch intensiv den Einkauf mit Tupperware: anstatt die Wurst oder den Käse aufwändig in Papier oder Folie zu verpacken, sollen die Lebensmittel sofort in die
Kunststoffbehälter verpackt werden.

Die Österreichischen Lotterien haben es sich zur Aufgabe gemacht, Initiativen und Projekte im Bereich Umwelt- und
Naturschutz zu unterstützen und so einen Beitrag zum Erhalt einer intakten Umwelt zu leisten. Denn: Umwelt- und Naturschutz gehen jeden etwas an und nur gemeinsam können die Probleme gelöst werden. Im Jahr 1991 wurde von Wettscheinen auf einen online-Spielbetrieb umgestellt und so das Papieraufkommen der Österreichischen Lotterien drastisch reduziert. Für die Produktion der Rubbellose werden ausschließlich Materialien verwendet, die
dem normalen Altpapierkreislauf zugeführt werden können.

Zahlreiche attraktive Warenpreise

Von Firmen und Institutionen, die entweder selbst umweltgerechte Waren anbieten oder sich dem Umweltschutz, zu dem auch die Mistvermeidung zählt, verpflichtet fühlen, wurden zahlreiche attraktive Warenpreise zur Verfügung gestellt:
Vom ARBÖ zehn Gutscheine für ein Sicherheitstraining, von den Austria Trend Hotels zwei Gutscheine für je ein Abendessen für zwei Personen im "Grünen Eck" des Bosei Hotels am Wienerberg , von der Bank Austria eine Plus Card im Wert von 10.000 Schilling; von der DDSG Blue Danube Schifffahrt GesmbH eine Schifffahrt für eine Schulklasse, vom dm Drogeriemarkt zwei Warengutscheine im Wert von jeweils 10.000 Schilling, von Ernte fürs Leben Landesverband Niederösterreich/Wien ein Geschenkkorb mit Produkten aus biologischem Anbau, von der Fernwärme Wien 10.000 Schilling für einen Sachpreis, von der Grünen Erde (Möbel, Heimtextilien etc.) zwei Pölster und zehn Lavendelsäckchen, vom IMAX-Filmtheater vier Eintrittskarten für eine Veranstaltung freier Wahl, von Kattus Johann GmbH Sekt für den Empfang, von der MA 30 - Wien Kanal für drei Schulklassen eine Führung durch die Erlebniswelt "Die Rückkehr des Dritten Mannes", von der MA 31 - Wiener Wasserwerke für zwei Schulklassen Führung durch das Wassermuseum und Besichtigung der Quelllen der 1. Wiener Hochquellenleitung,, von
der MA 42 - Stadtgartenamt dreizehn Gutscheine für jeweils einen Baum zum Pflanzen im Schulhof, von der MA 49 für zwei Schulklassen eine Fahrt in das Quellschutzgebiet des Wiener Wassers und für
zwei Schulklassen eine Fahrt in den Nationalpark Donau-Auen, von
den Österreichischen Bundesbahnen T-Shirts für eine Schulklasse, von Sanoll Natur-Ziegenmilch-Kosmetik ein Geschenkasette, von SCA Hygiene Products ein Jahresbedarf Danke-Toiletteartikel, von der Therme Oberlaa je fünf Tageskarten für das Thermalbad und den Wellness-Park, von den Vereinigten Bühnen Wien zwei
Eintrittskarten für "Tanz der Vampire", von der Waldviertler Victualien Vertriebs GesmbH einen Warenkorb mit Biowein, Biowurst und Biogemüse und von Wien Ticket T-Shirts, CD´s und Kappen von "Tanz der Vampire".

100.000 Tonnen jährlich zu viel an Mist

Warum gibt es überhaupt die Mistvermeidungs-Kampagne der "48er"? Wien hat - wie alle Großstädte - ein wachsendes Mistproblem. Die Menge des Gesamtabfalls in Wien betrug 1998
872.353 Tonnen. Die Restmüllmenge war 469.118 Tonnen. Aus Kapazitätsgründen kann in den Müllheizwerken Flötzersteig und Spittelau nicht der gesamte Restmüll zu Fernwärme und Strom verwertet werden. Es fallen jährlich rund 100.000 Tonnen zu viel
an Mist aus Haushalten und Kleingewerbe in Wien an. Sie müssen daher unbehandelt auf der Deponie Rautenweg in Wien (ca. 40.000 Tonnen) und auf der Deponie Am Ziegelofen in St. Pölten (ca.
60.000 Tonnen) abgelagert werden.

Zur besseren Anschaulichkeit des Mengenproblems ein paar bildhafte Vergleiche: die 1998 von uns allen produzierten 872.353 Tonnen Mist entsprechen siebzehn Mal dem Volumen des Stephansdomes bzw. würden sie, einen Meter hoch aufgeschüttet, die Fläche von 65 Fußballfeldern ergeben bzw. ergäbe diese Menge, auf einen Güterzug verladen, eine Länge von 215 Kilometer, das ist die Strecke von Wien nach Wels.

Die einzige Wiener Hausmülldeponie, eben der Rautenweg, hat naturgemäß eine endliche Kapazität, die ohne weitere Maßnahmen im Jahr 2008 erschöpft sein würde. Verschärft wird die Situation durch die bundesweite Gesetzgebung, dass ab dem Jahr 2004 bzw.
2008 kein unbehandelter Hausmüll mehr deponiert werden darf. Dazu kommt noch, dass neue Deponien und Verbrennungsanlagen bei der Bevölkerung zwar nicht auf grundsätzliche Ablehnung stoßen, aber wenn sie in der Nähe der eigenen Wohnung zu liegen kommen, wenig Akzeptanz finden. Die einzig sinnvolle Antwort aus diesem Dilemma kann daher auch für den Leiter der "48er", Dipl.-Ing. Wolfgang Steinbauer, nur lauten: Mist vermeiden. (Schluss) ma

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