Gesundheit Rassistisch

Klagenfurt (OTS) - Neue Kärntner Tageszeitung Utl.: Ausgabe 24.11.1999=

Dass der Kärntner Landeshauptmann ein
böswilliger Rassist ist, ist mit Entschiedenheit zu verneinen. Dass diese Klarstellung aber immer wieder notwendig wird, dafür sorgt er schon selbst. Denn, wovon er nicht frei ist, sind rassistische Reflexe, denen er fern einer Böswilligkeit, aber ein bissl populistisch halt, doch unterliegt. So auch sein gestriger Vorschlag, Kindergärten und Schulen, ,, vor allem mit hohem Ausländeranteil"" einer Tbc-Kontrolluntersuchung zu unterziehen. Wenn es dem Landeshauptmann um eine - medizinisch ohnehin fragwürdige -Prävention gegangen wäre, hätte er und andere auch sich den Hinweis auf Ausländer als Seuchenträger ersparen können. Hier wird nicht mehr Gesundheit gefördert, sondern mehr Vorurteil zementiert. Die Botschaft des Landeshauptmannes - oder vielleicht besser, seines rassistischen Reflexes - ist eindeutig: Die Volksgesundheit (und die individuelle) steht im kausalen Zusammenhang mit der Zuwanderungsquote. Das ist das rassistisch eingefärbte politische Argumente, die ohnehin bescheidene Zuwanderungsquote für Kärnten auch noch um 80 Prozent zu kürzen. Verschwiegen wird be all dem zweierlei:
Die Flüchtlinge wurden bei ihrer Aufnahme ohnehin auf Tbc untersucht. Und zweitens wird verschwiegen, dass Tuberkulose noch nie zwischen In- und Ausländern unterschieden hat. Tbc ist ein Phänomen und ein Symptom von Armut. Die beste Tbc-Prävention ist der Kampf gegen die Armut, die der Inländer und die der Ausländer. Eine solche Prävention wäre eines Landeshauptmannes würdig.

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