Bundesinnung Bau stellt Leitbild der Baumeister vor

Forderungsprogramm an die Bundesregierung präsentiert

PWK - In den letzten Jahren haben sich die Rahmenbedingungen für die österreichischen Baumeister grundlegend geändert. Der Wohnbau geht massiv zurück, die Baupreise verfallen, Förderungen werden gekürzt, die Welle der Insolvenzen reißt nicht ab und die Zahl der Bauarbeitslosen steigt. "Die Zeit war reif für eine umfassende Standortbestimmung der Baumeister. Wir haben uns daher entschlossen, ein Leitbild für die rund 9.000 österreichischen Baumeister zu erarbeiten", erklärte Johannes Lahofer, Bundesinnungsmeister der Baugewerbe bei einer Pressekonferenz in Wien. ****

Als erste Branche im Gewerbe- und Handwerk überhaupt hat das Baugewerbe Ziele und Grundsätze definiert, die von den Unternehmen selbständig oder gemeinsam mit den Interessenvertretungen der Baumeister verwirklicht werden können. Im Mittelpunkt einer intensiven Diskussion mit Mitgliedern, Funktionären und Mitarbeitern der Bundesinnung stand die Frage, wie sich die Aufgaben und Problembereiche der Baumeister in Zukunft entwickeln sollen. "Es ist quasi der kleinste gemeinsame Nenner der wichtigsten Unternehmensziele", so Lahofer. Was und wie die Bundesinnung zur Erreichung der Branchenziele beitragen soll, wurde in einem weiteren Dokument mit dem Titel "Ziele und Grundsätze der Bundesinnung Bau" zusammengefasst. Das Baugewerbe ist mit 100.000 Arbeitern und Angestellten der größte private Arbeitgeber Österreichs.

Oberstes Ziel der Baumeister ist es, qualitativ hochwertige Planungs- und Bauleistungen professionell und zu fairen Preisen für zufriedene Kunden zu erbringen, damit die Betriebe langfristig wettbewerbsfähig bleiben. Wie dieses Ziel erreicht werden kann, wird in sieben Kapiteln beschrieben: Fairplay im Wettbewerb, Aus- und Weiterbildung die sich lohnt, Professionell mit den Märkten kommunizieren, Planen und Bauen im Einklang mit der Umwelt, Normen anregen und Innovationen fördern, Im Dialog mit der Öffentlichkeit bleiben und Optimale Rahmenbedingungen durchsetzen.

Dass die im Leitbild definierten Ziele nicht nur Visionen bleiben, sondern konkrete Auswirkungen auf die Arbeit der Bundesinnung haben, bewies Lahofer mit dem Forderungsprogramm des Baugewerbes an die Bundesregierung, dass aus den Schwerpunkten des Leitbildes abgeleitet und ebenfalls bei der Pressekonferenz vorgestellt wurde.

So verlangt das Baugewerbe unter dem Stichwort 'Bekämpfung von Pfusch und Schwarzarbeit', dass die Einsatzbereitschaft der Kontrollorgane der Gewerbebehörde auf das Wochenende und außerhalb der Bürozeiten ausgedehnt wird. Die neue Sozialversicherungs-Chipkarte soll neben der Sozialversicherungsnummer auch die Nummer der Beschäftigungsbewilligung, Angaben zum Dienstgeber etc. aufweisen. Innerhalb der Branche will man mit bundesweit einheitlichen Standesregeln Fehlentwicklungen langfristig stoppen.

Damit den Baumeistern auch weiterhin gut ausgebildete Mitarbeiter in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen, setzt sich die Branche unter anderem für neue Fachhochschul-Studiengänge in der Fachrichtung Architektur ein und fordert die rasche Nachbesetzung des scheidenden FH-Ratspräsidenten Schelling. Weiters sprach sich Lahofer dafür aus, den Fachbereichsunterricht der polytechnischen Schule auf die erste Klasse der Berufsschule anzurechnen.

"Damit die Baumeister auch in Zukunft qualitativ hochwertige Bauleistungen erbringen können, brauchen sie optimale Rahmenbedingungen, die ihre Leistungs- und Innovationsfähigkeit fördern", zitierte Günter Tschepl, Geschäftsführer der Bundesinnung Bau, aus dem Leitbild der Baumeister. Konkret forderte Tschepl eine umfassende, antizyklische Investitionsoffensive der öffentlichen Hand, um die derzeit krisengeschüttelte Bauwirtschaft wieder zu stimulieren und die Arbeitslosigkeit am Bau entscheidend zu verringern. Derzeit seien Investitionen in Milliardenhöhe entscheidungsreif, ihre Freigabe werde jedoch immer wieder verzögert. Erfolgreich könne diese Offensive jedoch nur dann sein, wenn der langfristige Baubedarf erhoben und die Budgetplanung auf mehrere Jahre angelegt wird.

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