Wiener Gemeinderat (11)

Geschäftsgruppe Kultur

Wien, (OTS) In Wien sei die Abhängigkeit der Künstler vom Hauptsponsor "Öffentliche Hand" sehr groß, meinte GR Mag. Gabriele Hecht (LIF). Notwendig wären in Wien nachvollziehbare transparente Kulturförderungsrichtlinien, die es ermöglichen, auch das Privatkapital für die Kultur zu interessieren. Ein Kontraktmanagement mit langfristigen Zielvereinbarungen wie beim Theater an der Wien wäre ihrer Ansicht nach auch als Modell für das Theater in der Josefstadt denkbar.

StR Dr. Friedrun Huemer (G) erklärte, die Freiheit der Kunst müsse auch gegenüber den Sponsoren gesichert werden, hier wären gesetzliche Nachjustierungen notwendig. Wichtig seien dezentrale Theater wie der Rabenhof und das Jugendstiltheater, die nicht aufgegeben werden sollten. Bei den Wiener Festwochen wäre eine Neupositionierung notwendig, vor allem sollte man sich besinnen,
was die Stadt von einem Festival erwarte. Nachhaltige
Kulturpolitik sei es, wenn die Stadt belebt wird und die Offenheit für zeitgenössische Kultur in das Zentrum gestellt werde.

GR Dr. Rüdiger Stix (ohne Klubzugehörigkeit) schloss sich der Vorrednerin Mag. Hecht bezüglich der Notwendigkeit von Förderungsrichtlinien an und meinte, der subventionierte Kulturbetrieb zeige eine gewisse Lastigkeit zu bestimmten
Parteien.

Das Kulturbudget für 2000 weise eine Steigerung von 1,6 Prozent gegenüber 1999 auf, sagte GR Dr. Andreas Salcher (ÖVP). Einen großen Erfolg stelle die Neustrukturierung des Wiener Filmfonds dar. Die Kinoförderung stelle den Versuch dar, auch künstlerisch wertvolle Filme zu spielen und kleine Kinos zu erhalten. Um den Standard Wiens als Musikhauptstadt zu wahren, brachte er einen gemeinsamen Beschluss- und Resolutionsantrag
aller Parteien ein, in dem verlangt wird, die bestehenden Einrichtungen der Musikuniversitäten und Musikschulen für Übungsmöglichkeiten besser zu nutzen, vor allem in den Ferien und abends.

Große Entscheidungen von StR Marboe seien ausgeblieben, kritisierte GR Mag. Heidemarie Unterreiner (FPÖ). So sei bei den Wiener Festwochen bloß eine neue Rechtsform gefunden worden und
bei den Vereinigten Bühnen gebe es auch nur Ankündigungen. Da es in der Abrechnung für die "Lustige Witwe" in der Staatsoper zwischen Bund und Stadt Wien zu Unstimmigkeiten gekommen sei, brachte die Gemeinderätin einen Beschlussantrag ein, diese Abrechnung vom Kontrollamt prüfen zu lassen. In einem weiteren Antrag forderte sie die Ausarbeitung eines Kriterienkataloges, der für die Zuerkennung von Subventionen für Theater herangezogen werden könne. Die Filmreform sei eine Enttäuschung, da kein alleinverantwortlicher Intendant eingesetzt worden sei, sondern wieder ein Kuratorium. (Forts.) end/sp

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