Apothekertagung beschäftigt sich mit Aspekten der Geriatrie Der Fehlernährung älterer Menschen muß rechtzeitig vorgebeugt werden

Wien (OTS) - Viele alte Menschen haben Übergewicht und sind trotzdem fehlernährt. Das berichtete Mag. Helena Karger auf der Zentralen Fortbildungsveranstaltung der Österreichischen Apothekerkammer. Die Tagung war dem Thema "Geriatrie" gewidmet, Mag. Karger ist in der Spitalsapotheke des Salzburger Landeskrankenhauses tätig.

Wichtig ist es bei älteren Menschen den Ernährungsstatus zu erheben, um dann gegebenenfalls Mangelerscheinungen behandeln zu können. Um Mangelernährung zu vermeiden, gibt es eine Empfehlung der WHO, die die Mindesternährung beim älteren Menschen vorgibt. Wichtig ist dabei neben der Aufnahme diverser Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine, dass die Nahrung rund 50 g Eiweiß pro Tag enthält. Karger:
"10% der Bevölkerung ernähren sich im Alter mit weniger als 1000 Kalorien pro Tag. Bei vielen muß man froh sein, wenn sie 400 Kalorien zu sich nehmen. Ursache davon ist aber nicht nur, dass bei älteren Menschen der Appetit zurückgeht, sondern oft auch, dass sie nicht mehr in der Lage sind sich selbst zu ernähren."

"Wenn frühzeitig erkannt wird, daß ein alter Mensch mangelernährt ist, könnte durch rechtzeitiges Agieren manch schwieriger Weg über Fehlleistungen eines oder mehrerer Organe und dem damit verbundenen Krankenhausaufenthalt und einer sich nach unten bewegenden Spirale mit Morbidität, Krankenhausaufenthalt und Mortalität verhindert werden", so Karger in ihrem Vortrag vor den rund 1000 an der Tagung teilnehmenden Apothekerinnen und Apothekern.

Zu äußeren Umständen, die die Nahrungsaufnahme beeinflussen, kommen noch Probleme, die beim älteren Menschen selbst liegen, wie z.B. die Möglichkeit nicht mehr selbst einkaufen gehen zu können, der schlechte Zustand des Gebisses, verminderter Speichel durch manche Medikamente und geringer Appetit durch Depressionen und Verwirrtheit.

Für die Einnahme von Vitaminen und Spurenelementen bei alten Menschen nennt Karger folgende Richtlinien:

oNicht die Vitamin- und Spurenelementgabe in den Vordergrund stellen, sondern eingebunden sein in alle bekannte Maßnahmen zur Verbesserung des Wohlbefindens.
o Auf mögliche Nebenwirkungen von Mikronährstoffen achten. oAuf mögliche Wechselwirkungen von Mikronährstoffen achten. oDosis: Mehr ist nicht immer besser.
oZeitraum für Einnahme festsetzen.
oMikronährstoffe ersetzen kein gutes Essen und ersparen auch nicht das Sich-Bewegen.

Karger: "Wer beim normalen Essen nicht mehr genügend Kalorien und Nährstoffe aufnimmt, dem können oral Supplemente gegeben werden. Die Compliance ist aber nur dann gut, wenn eine "Überwachung" stattfindet und eine breite Palette an Geschmacksrichtungen angeboten wird. Entsprechende Präparate gibt es in der Apotheke."

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