AK Tumpel: Jugendliche brauchen Recht auf Ausbildung

Lehrlingspaket war politisch notwendige Antwort auf die Versäumnisse der Wirtschaft

Wien (OTS) - "Die Jugendlichen müssen ein einlösbares Recht auf Bildung und Ausbildung bekommen", das forderte AK Präsident Herbert Tumpel heute in einer Pressekonferenz anläßlich des 10 Jahrestages der UN-Konvention über die Kinderechte. Tumpel verlangt ua mehr Modelle für die Zusammenarbeit von Hauptschulen und AHS, gebührenfreie Kollegs zur Weiterbildung von Berufstätigen und die Einführung von Berufsfachschulen als dauerhafte Alternative in der Berufsausbildung, wenn die Unternehmer weiterhin zu wenige Lehrstellen schaffen. Schulgeld oder Studiengebühren an öffentlichen Schulen oder die Überwälzung von steigenden Kosten für Schulbücher auf die Eltern lehnt der AK Präsident ab.****

"Lebens- und Berufschancen werden in unserer Gesellschaft unter anderem durch das erreichte Bildungsniveau bestimmt", erklärt Tumpel. Daher müsse ein größeres Angebot an Ausbildungsplätzen geschaffen werden, damit die Jugendlichen zukunftsorientierte Qualifikationen erwerben können. Ebenso wichtig sei es aber auch, für die soziale und budgetäre Absicherung des Bildungssystems zu sorgen.

Vorwärtskommen in Ausbildung und Beruf sichern

Damit Chancengleichheit eine Chance hat:
+ Der Schulerfolg eines Kindes darf nicht davon abhängen, was sich die Eltern leisten können.
+ Das öffentliche Bildungswesen und die aus Steuergeldern finanzierten Bildungseinrichtungen müssen gebührenfrei und der Zugang offen sein. Tumpel fordert auch die Beibehaltung der Schulbuchaktion sowie die Ausdehnung der Schüler- und Lehrlingsfreifahrt. Darüberhinaus verlangt die AK, dass die Schulbeihilfe bereits ab dem 9. Schuljahr ausbezahlt wird - und nicht, wie bisher erst ab dem 10. Schuljahr.
+ Die Schule muss fördern statt auslesen. Tumpel fordert daher, dass Schüler mit nur einem Nichtgenügend im Zeugnis automatisch aufsteigen können.
+ Keine ungerechten Ausleseverfahren; Schulversuche für eine Mittelschule der 10 bis 14jährigen, bei denen Hauptschulen und AHS zusammenarbeiten, haben sich bewährt und sollen gesetzlich verankert werden.
+ Berufstätige, die sich weiterbilden wollen, müssen etwa derzeit Vorbereitungskurse auf die Berufsreifeprüfung selber zahlen. Die AK verlangt Kollegs an öffentlichen Schulen, wo Berufstätige jeden Abschluss von der Hauptschule bis zur Matura gebührenfrei nachmachen können.
+ Auch heuer wurden wieder weniger Lehrlinge von den Unternehmern aufgenommen werden - trotz massiver finanzieller Förderungen (rd 2 Mrd Schilling) , kritisiert der AK Präsident. Die neu vorgesehenen zusätzlichen Ausbildungsplätze in Berufslehrgängen und Lehrlingsstiftungen werden dringend benötigt: "Das Lehrlingspaket war die politisch notwendige Antwort auf die Versäumnisse der Wirtschaft." Tumpel fordert die Einführung neuer Lehrberufe in Form von Gruppenlehrberufen und einen Lastenausgleich unter den Unternehmen.

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