Schiffsmühle in Orth: Acht Monate für ersten Teil benötigt

Das "Weitschiff" wurde vom Stapel gelassen

St.Pölten (NLK) - Die künftige Schiffsmühle in Orth an der Donau nimmt langsam Gestalt an: Vor wenigen Tagen wurde der erste Teil der Mühle, das 16 Meter lange und vier Meter breite "Weit- oder Wellschiff", erfolgreich vom Stapel gelassen und mit Stakstangen zum vorübergehenden Platz, dem Zillenliegeplatz in Orth an der Donau, manövriert. Das Vorhaben hatte den Schiffsbauer, den 36jährigen Martin Zöberl, acht Monate oder 3.000 Arbeitsstunden gekostet. Das "Mühlschiff" wird vom Projektbetreiber in erheblich kürzerer Zeit gebaut werden können, da die Entwicklungsarbeit wegfällt. Anfang 2001 soll die Schiffsmühle in Betrieb gehen.

Die Schiffsmühle besteht also aus zwei Schiffen, die mit einem Mühlrad in der Mitte verbunden sind. Das "Weit- oder Wellschiff" wird durch das Mühlhaus mit dem Steinmahlwerk - dem "Hausschiff" - und 12 Meter langen Schorbäumen fest mit dem Ufer verbunden. Das gesamte Gewicht der Schiffsmühle beträgt immerhin 43 Tonnen. Der Bau der Mühlschiffe erfolgt auf einer eigens errichteten Werft auf der Wiese des Uferhauses in Orth an der Donau. Für den Schiffsbau werden sieben Zentimeter dicke Planken verwendet und nach alter Tradition gebogen, wobei das Holz 24 Stunden lang im Wasserdampf liegen muß. Bug und Heck des "Weitschiffes" wurden aus Eiche, der Rest aus Tanne gebaut, die Spanten sind aus Lärche.

Schiffsmühlen in Orth werden erstmals 1450 urkundlich erwähnt. Dampfmaschinen und die große Donauregulierung im vorigen Jahrhundert leiteten ihren Untergang ein. Jetzt gibt es aber einen Nachbau. Die Schiffsmühle Orth wird nach der Fertigstellung als Museum Ausstellungen beherbergen und auch als Mühle betrieben. Sie kann per Boot-Shuttle ab Anfang 2001 besucht und besichtigt werden. Darüber hinaus kann man sein eigenes Bio-Mehl mahlen lassen und Schmankerln der Region kennenlernen. Der Boot-Shuttle erfolgt übrigens auf einem historischen Donauschiff, einer Tschaike. Diese Tschaiken wurden seit den Türkenkriegen auf der Donau verwendet.

Das Projekt braucht natürlich auch Sponsoren. Gefördert wird das Vorhaben durch das Land Niederösterreich und die EU, Unterstützung erhalten die beiden Schiffe von der Marktgemeinde Orth an der Donau und dem Orther Uferhaus.

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